Wissenschaft
Studie: Geld holt Gutes und Schlechtes aus Menschen heraus

Geld ist ein zweischneidiges Schwert: Schon die Abbildung von Banknoten motiviert Menschen zu höherer Leistung, macht sie aber auch weniger hilfsbereit. Das fanden US-Psychologen in einer neuen Studie heraus.

dpa WASHINGTON/NEW YORK. Geld ist ein zweischneidiges Schwert: Schon die Abbildung von Banknoten motiviert Menschen zu höherer Leistung, macht sie aber auch weniger hilfsbereit. Das fanden US-Psychologen in einer neuen Studie heraus.

In neun Versuchsreihen stellten sie fest, dass Probanden sich stärker auf ein Ziel konzentrierten, wenn Geld im Spiel war. Parallel zum erhöhten Einsatz isolierten sie sich aber auch mehr von anderen, wurden knauseriger und weniger bereit, sich von erworbenem Gut zu trennen. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung stellte die Marketingforscherin Kathleen Vohs von der Universität von Minnesota im Wissenschaftsmagazin „Science“ (Bd. 314, S. 1 155) von diesem Freitag vor.

Danach reichte schon die Abbildung von Geldscheinen oder die Ankündigung eines Bonus als Motivation zu verstärktem Einsatz - und zur Isolation von anderen. Probanden mit keinem oder wenig Geld waren hilfsbereiter, rückten ihre Stühle näher aneinander und nahmen sich mehr Zeit, Fragen zu beantworten. Dagegen bückten sich Studienteilnehmer mit Geld in der Tasche oder der Aussicht darauf seltener, um etwa Bleistifte aufzuheben. Sie arbeiteten lieber allein als mit anderen zusammen und gaben knappere Hinweise, um Hilfesuchenden beispielsweise den Weg zu erklären.

In ihrer Zusammenfassung nennt die federführende Autorin das Ausmaß der monetären Wirkung „bemerkenswert und irgendwie überraschend“. Es bestätige die landläufige Meinung, dass Geld dazu verführe, nur noch an sich selbst zu denken. Historisch gesehen habe Geld die Individualisierung des Menschen gefördert und zur gleichen Zeit seinen Sinn für die Gemeinschaft geschwächt, heißt es bei Vohs.

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