Wissenschaft
Studie: Hormonspiegel kann Herzinfarkt-Risiko anzeigen

Das Risiko für einen Herzinfarkt lässt sich nach einer Heidelberger Studie auch am Spiegel eines bestimmten Hormons im Blut ablesen. Je weniger Adiponektin vorhanden ist, desto stärker sind die Herzkranzgefäße verkalkt und geschädigt.

dpa HEIDELBERG. Das Risiko für einen Herzinfarkt lässt sich nach einer Heidelberger Studie auch am Spiegel eines bestimmten Hormons im Blut ablesen. Je weniger Adiponektin vorhanden ist, desto stärker sind die Herzkranzgefäße verkalkt und geschädigt.

Diesen Zusammenhang haben Wissenschaftler der Universitätsklinik Heidelberg erstmals nachgewiesen, wie eine Sprecherin am Donnerstag mitteilte. Das Hormon Adiponektin, das in Fettzellen gebildet wird, schützt nach Erkenntnissen der Forscher die Herzkranzgefäße. Die Untersuchung ist im „Journal of the American College of Cardiology“ erschienen.

Die Untersuchung der Wissenschaftler Maximilian von Eynatten und Jochen Schneider stützt sich auf Daten von 247 Patienten mit Herzproblemen im Alter von 31 bis 83 Jahren. Die Experten verglichen die Konzentration des Hormons im Blut mit der Stärke der Arterienverkalkung, die im Röntgenbild sichtbar war. „Je weniger Adiponektin, desto stärker die Verkalkung und umso höher das Risiko für einen Herzinfarkt“, fasst von Eynatten seine Ergebnisse zusammen.

Mit Hilfe von Adiponektin kann die Diagnose von Arteriosklerose nach Ansicht der Heidelberger Forscher verfeinert werden. Die Messung des Hormonspiegels könne aber eine Röntgenuntersuchung nicht ersetzen. „Möglicherweise bietet das Hormon auch einen Ansatzpunkt für die Entwicklung einer Behandlung zum Schutz des Herzmuskels“, heißt es in der Mitteilung.

Jedes Jahr sterben in Deutschland den Angaben zufolge mehr als 60 000 Menschen an akutem Herzinfarkt. Ursache ist häufig eine koronare Herzerkrankung: Die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels ist wegen verkalkter Ablagerungen in den Koronargefäßen eingeschränkt. Bei komplettem Gefäßverschluss kommt es zum Herzinfarkt. Risikofaktoren sind etwa Blutfette, Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes. Niedrige Blutspiegel des Hormons Adiponektin gehen auch mit einem erhöhten Risiko für Diabetes einher.

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