Wissenschaft
Südafrika will Rückschlag bei Aids-Wirkstoff untersuchen

Nach einem schweren Rückschlag bei der Suche nach einem neuartigen Schutz gegen Aids hat Südafrikas Regierung eine Untersuchung angeordnet. In der Provinz Kwazulu-Natal hatten 604 Frauen an den klinischen Studien mit dem Wirkstoff Zellulosesulfat teilgenommen.

dpa JOHANNESBURG. Nach einem schweren Rückschlag bei der Suche nach einem neuartigen Schutz gegen Aids hat Südafrikas Regierung eine Untersuchung angeordnet. In der Provinz Kwazulu-Natal hatten 604 Frauen an den klinischen Studien mit dem Wirkstoff Zellulosesulfat teilgenommen.

Statt das Risiko für eine Infektion mit dem Aidsvirus HIV zu verringern, erhöhte die Substanz scheinbar die Infektionsgefahr. Die Studien wurden daraufhin abgebrochen.

Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang forderte eine umgehende Prüfung der Umstände der Tests. In einer Erklärung Tshabalala-Msimangs heißt es: „Obwohl wir Innovation durch medizinischen Fortschritt unterstützen, ist Südafrikas Regierung entschlossen sicherzustellen, dass die Gesundheit unserer Menschen dabei nicht beeinträchtigt wird.“

Die Studien - im ersten Fall mit Teilnehmerinnen in Benin, Indien, Südafrika und Uganda sowie im zweiten Fall in Nigeria - suchten nach einem wirksamen Mikrobizid. Solche Gele sind unsichtbar, sie riechen und schmecken nach nichts. Derartige „chemische Kondome“ sollen es Frauen ermöglichen, sich unabhängig von der Zustimmung des Mannes vor einer HIV-Infektion zu schützen. In Afrika verhindert die oft schlechte soziale Stellung der Frauen, dass sie sich gegen ungeschützten Sex zur Wehr setzen können.

Statt des erwünschten Effektes zeigten sich in der Frauengruppe mit dem Wirkstoff im Gel allerdings mehr Infektionen als in der Gruppe mit einem wirkungslosen Scheinpräparat (Placebo).

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