Wissenschaft
Tübinger Forscher: Pilze noch weitgehend unerforscht

Die meisten Pilze warten nach Expertenangaben noch auf ihre Entdeckung. „Man weiß noch nicht, wie groß die Artenvielfalt ist“, sagte der Tübinger Wissenschaftler Uwe Simon in einem dpa-Gespräch.

dpa TüBINGEN. Die meisten Pilze warten nach Expertenangaben noch auf ihre Entdeckung. „Man weiß noch nicht, wie groß die Artenvielfalt ist“, sagte der Tübinger Wissenschaftler Uwe Simon in einem dpa-Gespräch.

Schätzungen zufolge seien von weltweit rund 1,5 Mill. verschiedenen Pilzarten bislang weniger als zehn Prozent erfasst. Ein großes Problem sei, die Pilze überhaupt in einzelne Gattungen und Ordnungen einteilen zu können. In Tübingen tauschen sich von diesem Samstag an bis zum 7. Oktober rund 140 Pilzforscher bei einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (Pilzkunde) über aktuelle Forschungsprobleme aus.

Über Pilze gebe es viele Vorurteile. „Man denkt dabei entweder an etwas Essbares oder an Pflanzenschädlinge“, erklärte Simon. Die Bedeutung von Pilzen für Ökosysteme wie den Wald sei aber ungemein groß. Viele Baumarten wie Kiefern oder Eichen könnten ohne bestimmte Pilze gar nicht oder nur schlecht wachsen, sagte der Tübinger Wissenschaftler.

Die Pilzkunde habe an den Universitäten in Deutschland oft einen schweren Stand. „Pilze haben in der Wissenschaft bei vielen ein langweiliges Image“, beklagte Simon. Studenten etwa beschäftigten sich lieber mit Pflanzen oder Tieren. Pilze stellen eigene Organismen dar. „Pilze kann man nicht streicheln.“ Für den Wissenschaftler ist dieser schlechte Ruf unberechtigt: „Pilze können extrem faszinierend sein.“

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