Wissenschaft
Ultraschall öffnet neue Wege bei Schlaganfall-Therapie

Ultraschall öffnet nach Mediziner-Einschätzung künftig neue Wege bei der Therapie des Schlaganfalls. Ähnlich wie bisher schon beim Nierenstein könnten Ultraschallwellen auch Blutgerinnsel im Hirn auflösen, erklärten Wissenschaftler am Montag in Düsseldorf bei einem europäischen Neurologenkongress.

dpa DüSSELDORF. Ultraschall öffnet nach Mediziner-Einschätzung künftig neue Wege bei der Therapie des Schlaganfalls. Ähnlich wie bisher schon beim Nierenstein könnten Ultraschallwellen auch Blutgerinnsel im Hirn auflösen, erklärten Wissenschaftler am Montag in Düsseldorf bei einem europäischen Neurologenkongress.

Bisher schon für die Routinebehandlung genutzte Medikamente würden auch bei der „Sono-Thrombolyse“ eingesetzt, um den Blutpfropfen im Hirn „etwas anzuverdauen“ und damit für die Schallwellen leichter löslich zu machen, sagte der Neurologe Prof. Mario Siebler von der Universitätsklinik Düsseldorf.

Er rechne damit, dass diese bereits unter anderem in Düsseldorf und Mannheim erfolgreich erprobte Methode in kurzer Zeit allgemein angewandt werde, sagte Siebler. Wichtig dabei sei, dass die Schlaganfallpatienten innerhalb der ersten drei Stunden behandelt würden. „Wir müssen schnell sein, um dieses Zeitfenster zu nutzen.“ Deshalb müssten Notärzte entsprechend informiert werden. Einschränkend könne sich mangelnde Knochendichte etwa am Schädel älterer Patienten bemerkbar machen.

„Jede Neurologiestation hat jetzt schon bereits für andere Untersuchungen die geeigneten Ultraschallgeräte, jetzt kommt es auf den ausgebildeten Anwender an“, betonte Prof. Andrej Alexandrow, der die „Sono-Thrombolyse“ in Dallas (Texas) entwickelt hat. Von entscheidender Bedeutung sei die richtige Frequenz der Ultraschallwellen, die einerseits den Blutpfropfen auflösen sollen, andererseits aber nicht zu Blutungen im Hirngewebe führen dürfen, unterstrich Alexandrow.

Besonders geeignet für die neue Methode seien große Blutpfropfen, wie sie durch Herzrhythmusstörungen oder Verengung der Halsschlagadern entstehen, erklärte Siebler. Hierdurch werde etwa die Hälfte der nach Expertenschätzung jährlich rund 200 000 Schlaganfälle in Deutschland ausgelöst.

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