Wissenschaft
Ungewöhnliches Buddha-Felsbild im Himalaya entdeckt

Ein ungewöhnliches Buddha-Felsbild haben Heidelberger Forscher am Nanga Parbat ausfindig gemacht: Im nordpakistanischen Hochgebirge entdeckten die Wissenschaftler eine Darstellung mit zwei Buddhas, die auf einem Sockel sitzen und ein heiliges Monument flankieren.

dpa HEIDELBERG. Ein ungewöhnliches Buddha-Felsbild haben Heidelberger Forscher am Nanga Parbat ausfindig gemacht: Im nordpakistanischen Hochgebirge entdeckten die Wissenschaftler eine Darstellung mit zwei Buddhas, die auf einem Sockel sitzen und ein heiliges Monument flankieren.

„Diese Darstellung ist deshalb so besonders, da wir vergleichbare Motive bislang nur aus der buddhistischen Kunst Ostasiens kennen“, sagte Prof. Harald Hauptmann von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften am Montag.

Eine solche Szene sei bisher mehrfach in Tibet, China und auch Japan gefunden worden, berichtete Hauptmann, der die Forschungsstelle „Felsbilder und Inschriften am Karakorum-Highway“ leitet. „Wir kennen sie bisher aber nicht aus Indien. Das könnte bedeuten, dass der Einfluss in der Region aus Zentralasien sehr viel stärker war als der Einfluss aus Indien.“ Der neu entdeckte Steinblock ist zwei Meter lang und eineinhalb Meter hoch, das Bild und die Namen von Stiftern wurden vermutlich im 7. oder 8. Jahrhundert eingemeißelt.

In der Nähe des Nanga Parbat liegt Hauptmann zufolge eine einzigartige Ansammlung von Felsbildern, die zu den bedeutsamsten weltweit zählt. Mehr als 50 000 Felszeichnungen und rund 5 000 altindische, chinesische und mittelpersische Inschriften wurden dort eingraviert. Die ersten stammen aus der Jungsteinzeit vor 6 000 Jahren, die jüngsten etwa aus dem 14. Jahrhundert.

„Was diese Region kulturgeschichtlich einzigartig macht, das sind die vielfältigen Spuren verschiedenster Völker und Epochen“, sagte Hauptmann. „Diese Galerien sind wie ein Tunnel in die Vergangenheit. Da hier ein Seitenzweig der Seidenstraße verlief, hinterließen feindliche Eroberer, friedliche Händler und buddhistische Pilger sowie Jäger und Bauern ihre Spuren.“ Der 8 125 Meter hohe Nanga Parbat gehört zu den zehn höchsten Bergen der Erde. Er ist der westlichste „Achttausender“ des Himalaya und zählt heute zu den am besten erforschten Gebieten der Region.

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