Wissenschaft
Ur-Frosch war vier Kilo schwer

Forscher haben die Überreste eines kürbisgroßen „Höllenfroschs“ auf Madagaskar gefunden, der vor 70 Mill. Jahren gelebt hat. Der Ur-Frosch war bis zu 40 Zentimeter lang - ohne Beine - und etwa vier Kilogramm schwer.

dpa WASHINGTON. Forscher haben die Überreste eines kürbisgroßen „Höllenfroschs“ auf Madagaskar gefunden, der vor 70 Mill. Jahren gelebt hat. Der Ur-Frosch war bis zu 40 Zentimeter lang - ohne Beine - und etwa vier Kilogramm schwer.

Sein Skelett und sein Schädel glichen denen heutiger Hornfrösche, deren obere Augenlider wie zwei Hörner nach oben gezogen sind. Die Wissenschaftler nannten ihren Fund daher Höllenfrosch und gaben ihm den lateinischen Namen Beelzebufo ampinga.

Da Verwandte von Beelzebufo bislang nur von Südamerika bekannt seien, gebe der Fund neue Hinweise auf eine recht späte Verbindung zwischen Madagaskar, Indien und Südamerika, berichtet das Forscherteam in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („Pnas“, Bd. 105, S. 2 951).

„Dieser Frosch, ein Verwandter der heutigen Hornfrösche, könnte die Größe eines leicht gedrückten Wasserballs mit kurzen Beinen und großem Maul gehabt haben“, sagte Prof. Susan Evans vom University College London. Er habe wahrscheinlich vor allem Insekten und Eidechsen gefressen, „aber es ist nicht unmöglich, dass Beelzebufo auch mal frisch geschlüpfte oder jugendliche Dinosaurier verspeiste“.

Für die Erdgeschichte ist der Fund wichtig, da Hornfrösche ursprünglich nur aus Südamerika bekannt waren. Auf Madagaskar lebt derzeit kein Tier aus der Familie der Hornfrösche, aber viele andere, nur auf diesem Inselstaat vorkommende Froscharten. Der Fund gibt nach Ansicht der Forscher einen Hinweis darauf, dass Madagaskar, Indien und Südamerika noch bis vor 70 Mill. Jahren, der Zeit der späten Dinosaurier, irgendeine Verbindung gehabt haben könnten. Es könne aber auch sein, dass sich bestimmte Frösche früher als bislang gedacht ausgebreitet haben.

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