Wissenschaft
US-Studie: Mehrere Ansätze können gegen Alkoholsucht helfen

Drei von vier Trinkern können mit verschiedenen Kombinationen aus Medikamenten, Verhaltenstherapie und ärztlicher Betreuung ihre Alkoholsucht zumindest vorübergehend in den Griff bekommen.

dpa CHICAGO/NEW YORK. Drei von vier Trinkern können mit verschiedenen Kombinationen aus Medikamenten, Verhaltenstherapie und ärztlicher Betreuung ihre Alkoholsucht zumindest vorübergehend in den Griff bekommen.

Das hat eine US-Studie mit 1 383 Alkoholabhängigen gezeigt, die am Mittwoch im US-Ärztejournal „Jama“ (Bd. 295, S. 2075) erschienen ist. Rund 75 Prozent der Studienteilnehmer lernten, sich innerhalb von vier Monaten ganz vom Alkohol zu befreien oder ihren Konsum zumindest auf ein bis zwei Drinks pro Tag zu drosseln. Ein Jahr später war allerdings nur noch jeder zweite frühere Trinker „trocken“ oder hielt seinen Alkoholkonsum auf Sparflamme.

Die Mediziner um Raymond Anton von der Universität von South Carolina verglichen acht verschiedene Ansätze, die weitgehend ähnliche Resultate erzielten. Als Medikamente setzten die US-Forscher die Mittel Naltrexon und Acamprosat ein, die auch in Deutschland zugelassen sind. Beide Mittel lösten dem Bericht zufolge kaum Nebenwirkungen aus. Als nächstes will das Team die Wirkung beider Medikamente zusammen erproben.

Alle Teilnehmer wurden regelmäßig von ihrem Arzt betreut, ganz gleich, ob sie eine Psychotherapie, eines der beiden Medikamente, ein wirkungsloses Scheinmedikament (Placebo) oder eine Kombination dieser Mittel bekamen. Die ärztliche Zuwendung allein könne offensichtlich bereits „Wunder“ wirken, schreiben die Forscher in ihrem Bericht. Sie hoffen, viele der jetzt noch Rückfälligen durch eine längere Therapiedauer weiter vom Alkohol abbringen zu können.

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