Wissenschaft
US-Studie: Mehrheit älterer Menschen noch sexuell aktiv

Die meisten Menschen sind auch im Alter noch sexuell aktiv, sofern sie nicht ihren Partner verloren haben oder durch eine Krankheit am Sex gehindert werden. Zu diesem Ergebnis kommt die nach Angaben ihrer Autoren erste umfassende US-Untersuchung zur Sexualität im Alter.

dpa NEW YORK/BOSTON. Die meisten Menschen sind auch im Alter noch sexuell aktiv, sofern sie nicht ihren Partner verloren haben oder durch eine Krankheit am Sex gehindert werden. Zu diesem Ergebnis kommt die nach Angaben ihrer Autoren erste umfassende US-Untersuchung zur Sexualität im Alter.

Demnach haben 73 Prozent der amerikanischen Bevölkerung von 57 bis 64 Jahren Geschlechtsverkehr. In der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen liegt der Anteil der sexuell Aktiven noch bei 53 Prozent. Im darauffolgenden Jahrzehnt, bei den Senioren im Alter von 75 bis 85 Jahren, sinkt der Anteil dann allerdings auf 26 Prozent ab.

Die Studie ist im „New England Journal of Medicine“ (Bd. 357, Nr. 8, S. 762) vom Donnerstag veröffentlicht. Sie stützt sich auf Daten, die Stacy Tesser Lindau und Kollegen vom National Social Life, Health and Aging Project der Universität Chicago bei der Befragung von 3 005 Senioren sammelten. Die Fragen zum Geschlechtsverkehr oder Interesse an Intimität bezogen sich auf den Zeitraum von zwölf Monaten vor dem jeweiligen Interview. Es wurden auch oraler Sex und Masturbation berücksichtigt. Der Untersuchung wird vor allem deshalb Bedeutung zugemessen, weil die Gruppe der älteren Menschen stärker wächst als alle anderen Bevölkerungsteile.

Demnach spielt der eigene Gesundheitszustand und der des Partners eine größere Rolle als das Alter. 81 Prozent aller gesunden Männer und 51 Prozent aller gesunden Frauen im Alter von 57 bis 85 haben noch regelmäßig Sex. Den vergleichsweise niedrigen Anteil der Frauen erklären die Forscher damit, dass Frauen ihre Männer im allgemeinen überleben und dadurch die letzten Lebensjahre oder -jahrzehnte oft ohne Partner verbringen. Zu den Gesundheitsproblemen mit der stärksten Bremswirkung für Geschlechtsverkehr gehören dem Bericht nach Diabetes und Bluthochdruck.

Von den „Oldies“, die trotz hohen Alters Sex haben blieben, klagte jeder zweite über wenigstens ein sexuelles Problem. 37 Prozent der Männer waren von Erektionsstörungen betroffen. 43 Prozent der Frauen gaben Mangel an Verlangen als Problem an, und 39 Prozent litten unter einer trockenen Scheide. Jeder siebte (männliche) Amerikaner im fortgeschrittenen Alter greift zu Medikamenten, um Sex mehr genießen zu können.

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