Wissenschaft: Verleihung des Philip Morris Preises

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Verleihung des Philip Morris Preises

Das menschliche Gehirn ist wesentlich anpassungsfähiger als bisher angenommen. Die Zellen, die im Gehirn das Kommando haben, werden auch bei Erwachsenen in großer Zahl ständig neu gebildet. Das hat die Neurobiologin Prof. Hannah Monyer von der Universität in Heidelberg herausgefunden.

dpa MüNCHEN. Das menschliche Gehirn ist wesentlich anpassungsfähiger als bisher angenommen. Die Zellen, die im Gehirn das Kommando haben, werden auch bei Erwachsenen in großer Zahl ständig neu gebildet. Das hat die Neurobiologin Prof. Hannah Monyer von der Universität in Heidelberg herausgefunden.

Bisher waren die Wissenschaftler davon ausgegangen, dass diese „Dirigenten des Gehirns“, die als spezielle Neuronen Gedächtnis und Denken steuern, nach der Geburt nicht mehr gebildet werden. Für ihre Arbeit erhält die 48 Jahre alte Wissenschaftlerin einen der vier mit je 25 000 Euro dotierten Philip Morris Forschungspreise 2006.

Die drei anderen Preise gehen an eine Forschergruppe ebenfalls aus Heidelberg, einen Wissenschaftler aus München und eine Forschergruppe aus Ulm, teilte die Philip Morris Stiftung am Montag in München weiter mit. Der Chemiker Prof. Thomas Carell (39) von der Ludwig- Maximilians-Universität-München erhält den Forschungspreis für seine Arbeiten zu den Reparaturmechanismen an den Erbanlagen. Er produzierte zur genaueren Erforschung defekte Gene. Der Münchner Chemiker fand heraus, dass im genetischen Code jeder Zelle eines Lebewesens täglich Zehntausende von Schäden entstehen, die jedoch in komplexen biochemischen Vorgängen wieder ausgebessert werden. Er entwickelte dabei Methoden, mit denen sich diese Reparaturen erstmals bis ins Detail verfolgen lassen.

Die Physiker Prof. Joachim Ullrich (49) und Robert Moshammer (45) vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg werden für die Entwicklung eines Mikroskops ausgezeichnet, mit dem sich physikalische Vorgänge in atomaren Größenordnungen mit bisher nicht erreichter Genauigkeit beobachten lassen. Mit diesen Arbeiten zum Reaktions-Mikroskop ermöglichen sie nach Angaben der Philip Morris Stiftung einzigartige Einblicke in die Welt der Quanten-Reaktionen, die schon in wenigen Jahren in der Computer- und Kommunikationstechnik eine entscheidende Rolle spielen würden.

Der Chemiker Prof. Bernhard Rieger (46) von der Universität Ulm und sein Kollege Gerrit Luinstra (42) vom Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen entwickelten neue Reaktionsbeschleuniger, mit denen sich preiswert und in großen Mengen Kunststoffe herstellen lassen, die völlig identisch mit natürlichen Materialien sind. Die synthetischen Biomaterialien entstehen an den Katalysatoren aus Propylenoxid und Kohlenmonoxid und zersetzen sich nach ihrer Nutzung im Kompost. In ihren Eigenschaften seien sie so vielseitig, dass sie den Angaben zufolge die derzeit meistverwendeten Industriekunststoffe - die so genannten Polypropylene - weitgehend ersetzen könnten, die vollständig aus Erdöl hergestellt werden.

Die Auszeichnungen sollen am 26. Juli in München überreicht werden. Der seit 1983 jährlich verliehene Philip Morris Forschungspreis gilt in Deutschland als eine der renommiertesten Auszeichnungen für Wissenschaftler.

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