Wissenschaft
Viagra hilft Hamstern gegen den Jetlag

Washington (dpa) ­ Das Potenzmittel Viagra hilft Hamstern gegen einen künstlichen Jetlag. Der Wirkstoff Sildenafil verhindert dabei den Abbau einer Substanz im Gehirn, die an der Steuerung der inneren Uhr beteiligt ist. So wird die Anpassung an einen veränderten Tag-Nacht-Rhythmus erleichtert.

Washington (dpa) ­ Das Potenzmittel Viagra hilft Hamstern gegen einen künstlichen Jetlag. Der Wirkstoff Sildenafil verhindert dabei den Abbau einer Substanz im Gehirn, die an der Steuerung der inneren Uhr beteiligt ist. So wird die Anpassung an einen veränderten Tag-Nacht-Rhythmus erleichtert.

Das berichten argentinische Forscher in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („Pnas“, online vorab veröffentlicht). Das Potenzmittel könne möglicherweise eingesetzt werden, um Arbeitern beim Schichtwechsel zu helfen - oder bei Fernreisen einen Jetlag zu verhindern.

Patricia Agostino und ihre Mitarbeiter von der Universidad Nacional de Quilmes (Buenos Aires/Argentinien) hatten den Nagern das Medikament verabreicht und die Nacht dann durch vorzeitiges Anschalten des Lichts um sechs Stunden verkürzt. Die behandelte Gruppe gewöhnte sich deutlich schneller an ihren neuen Tag-Nacht- Rhythmus als Tiere, die kein Viagra erhalten hatten. Mit Sildenafil begannen die Tiere zügig wieder, bei Tagesanbruch in ihrem Laufrad zu rennen. Die Dosis mit der besten Wirkung konnten die Forscher in ihren Experimenten allerdings nicht einsetzen, da die Hamster die typische ­ und in diesem Fall unerwünschte ­ Wirkung zeigten: Sie bekamen Erektionen.

Gegen einen Jetlag könne Viagra nur im Falle von Fernreisen nach Osten eingesetzt werden, schreiben die Forscher. In umgekehrter Richtung helfe es nicht, da es seine Wirkung nur entfalte, wenn Tag oder Nacht verkürzt würden. Der Wirkstoff hemmt ein Enzym, das die Substanz cgmp (cyklisches Guanosinmonophosphat) abbaut. Folge ist ein Anstieg des cgmp-Gehalts. Im Gehirn ist diese Substanz an der Regulation der inneren Uhr beteiligt. Wie das Medikament bei der Anpassung an eine Zeitverschiebung genau wirke, müsse allerdings noch untersucht werden, schreiben Agostino und ihre Kollegen.

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