Wissenschaft
Vielweiberei bei Mäusen trotz angeblichen „Treue-Gens“

Selbst ein angebliches „Treue-Gen“ verhindert Vielweiberei bei Mäusen nicht. Das haben Populationsgenetiker der Universität Bern um Gerald Heckel festgestellt, wie die Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“ in ihrer Oktoberausgabe berichtet.

dpa STUTTGART. Selbst ein angebliches „Treue-Gen“ verhindert Vielweiberei bei Mäusen nicht. Das haben Populationsgenetiker der Universität Bern um Gerald Heckel festgestellt, wie die Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“ in ihrer Oktoberausgabe berichtet.

Die Wissenschaftler widerlegten damit Vermutungen, dass ein einziges Gen das Sozialverhalten von Säugetieren grundlegend beeinflussen kann.

Frühere Studien hatten gezeigt, dass bei der Bindung an einen Partner der Rezeptor für das Hormon Arginin-Vasopressin im Gehirn von Säugetieren eine wichtige Rolle spielt. Monogam lebende Mäuse wiesen deutlich mehr solcher Rezeptoren auf als polygame. Für den Aufbau der Vasopressin-Rezeptoren ist ein bestimmtes Gen verantwortlich.

Zwar fanden die Berner Forscher bei ihrer Analyse des Erbgutes von 25 Mausarten - darunter Europäische Feldmaus und Erdmaus - in 23 Fällen die monogame Variante des „Treue-Gens“. Dennoch lebten fast alle der untersuchten Arten polygam, hatten also mehrere Partner gleichzeitig. Die bereits in diesem Juli in den „Proceedings“ der US- Akademie der Wissenschaften („Pnas“) veröffentlichte Studie konnte demnach keinen Zusammenhang zwischen sozialen Verhaltensmustern und dem Fehlen oder Vorhandensein des „Treue-Gens“ nachweisen.

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