Wissenschaft
Vogelgrippe-Impfstoff erfolgreich bei Menschen getestet

Auf der Suche nach einem Mittel gegen den gefürchteten Ausbruch der Vogelgrippe unter Menschen haben Mediziner einen weiteren Impfstoff erfolgreich getestet.

dpa LONDON. Auf der Suche nach einem Mittel gegen den gefürchteten Ausbruch der Vogelgrippe unter Menschen haben Mediziner einen weiteren Impfstoff erfolgreich getestet.

In einem ersten Versuch an 120 Erwachsenen in China hätten alle Geimpften Antikörper gegen den Erreger vom gefährlichen Virustyp H5n1 gebildet, berichten die Forscher um Jiangtao Lin vom Pekinger Krankenhaus der Chinesisch- Japanischen Freundschaft im britischen Medizinjournal „The Lancet“ vom Donnerstag (Online-Vorabveröffentlichung).

Zuvor hatten bereits Teams aus den USA, Ungarn und Frankreich eigenen Angaben zufolge Impfstoffkandidaten zum Schutz vor H5n1 entwickelt. Weil sich das grassierende Virus ständig verändert, ist allerdings unklar, ob die Impfstoffe im Ernstfall wirken würden. Eine mögliche Grippepandemie unter Menschen fürchten Experten durch eine denkbare Mutation des Erregers, durch die er leicht von Mensch zu Mensch übertragbar werden könnte.

Seuchenexperten sorgen sich für den Fall einer Grippepandemie um die Kapazität von Impfstoffherstellern. Je nach Art des Serums könnten nach derzeitigen Schätzungen weltweit zwischen 75 und 450 Millionen Menschen immunisiert werden, schreibt Iain Stephenson vom Institut für Infektionskrankheiten des Krankenhauses im britischen Leicester in einem begleitenden Kommentar. Mit Blick darauf sei der nun getestete Impfstoff günstig, schreiben die Forscher. Verglichen mit anderen Mitteln habe er das Immunsystem der Probanden schon beim Spritzen geringerer Dosen zur Bildung von Antikörpern gebracht.

Für ihren Impfstoff nutzte das Team um Jiangtao Lin ganze, inaktivierte Viruspartikel des H5n1-Erregers. Sie setzten dem Gemisch Aluminiumhydroxid zu, das die Körperabwehr stimuliert. Ein effektiver derartiger Impfstoff-Verstärker könnte das Immunsystem stark anregen, so dass die Abtauch-Strategie des Grippeerregers umgangen werden könnte, schreibt Stephenson. Aluminiumhydroxid ist allerdings auch für seine starken Nebenwirkungen bekannt. Zwar seien diese in der Studie nicht aufgetreten. Jedoch bedürfe es weiterer Tests mit Kindern und alten Menschen, betonen die Autoren.

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