Wissenschaft
Vogelmütter schützen Söhne durch spätere Eiablage

Washington (dpa) ­ Vogelmütter legen Eier mit Söhnen darin später als jene mit Töchtern, wenn im Nest Blut saugende Milben warten und den Nachwuchs bedrohen.

Washington (dpa) ­ Vogelmütter legen Eier mit Söhnen darin später als jene mit Töchtern, wenn im Nest Blut saugende Milben warten und den Nachwuchs bedrohen.

Auf diese Weise verkürzen die Vogelmütter die Zeit, die ihre besonders empfindlichen Söhne vor dem Flügge werden im schädlingsbefallenen Nest verbringen, berichten Forscher in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften. Dadurch erhöhen die Vögelmütter die Überlebenschancen ihres Nachwuchses.

Die zu den Finken gehörenden Hausgimpel (Carpodacus mexicanus) können zwei Mal im Jahr brüten. Im Frühjahr ist das Nest stark von Milben (Pellonyssus reedi) befallen, während das Heim spät im Winter nahezu schädlingsfrei ist. Die Milben können den Nachwuchs töten, wobei die männlichen Nestlinge stärker gefährdet sind als die robusteren weiblichen. Die Vögelmütter legen jeden Tag ein Ei und wie Alexander Badyaev und seine Mitarbeiter von der University of Arizona (Tuscon/US-Staat Arizona) nun herausfanden, passen sie die Reihenfolge der Eier den sich ändernden Bedingungen an.

Tauchen Milben im Nest auf, legen die Mütter zuerst Eier mit weiblichen Nachkommen, erst später folgen die männlichen. Dennoch sind Söhne und Töchter gleich groß, wenn die Vögel das Nest verlassen. Die Söhne schlüpfen mit einem größeren Gewicht und wachsen in der ersten Zeit sehr schnell, während die Töchter relativ gleichmäßig an Gewicht zulegen.

Wie die Mütter die Reihenfolge der Geschlechter beeinflussen, ist noch nicht genau bekannt. Möglicherweise rufen die Parasiten hormonelle Veränderungen bei den Vögelmüttern hervor, welche die Anordnung der Eier beeinflussen, schreiben die Wissenschaftler in „Pnas“.

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