Wissenschaft
Waffe der Vogelgrippe-Viren entdeckt?

US-Forscher haben ein Eiweiß im Erbgut von Vogelgrippeviren entdeckt, dass die Erreger so gefährlich machen könnte. Es hat eine Reihe von Aminosäuren an einem Ende, die sich in der infizierten Zelle an Rezeptoren binden und dadurch etliche Schlüsselfunktionen lahm legen.

dpa WASHINGTON/NEW YORK. US-Forscher haben ein Eiweiß im Erbgut von Vogelgrippeviren entdeckt, dass die Erreger so gefährlich machen könnte. Es hat eine Reihe von Aminosäuren an einem Ende, die sich in der infizierten Zelle an Rezeptoren binden und dadurch etliche Schlüsselfunktionen lahm legen.

Menschliche Grippeerreger haben NS1 zwar auch. Doch der Version beim Menschen fehlt die Kette von Aminosäuren, die Vogelgrippeviren ganz offensichtlich als Waffe nutzen, schreiben John Obenauer und Kollegen vom St. Jude Kinderkrankenhaus in Memphis in dem Journal. Das Team sequenzierte das komplette Erbgut von 169 verschiedenen Vogelgrippeerregern und Teile von weiteren knapp 160 Stämmen und verglich ihre genetischen Eigenschaften mit den menschlicher Grippeviren.

Die Forscher aus Memphis untersuchten Vogelgrippeviren, die von 1976 bis 2004 bei zahlreichen Arten freier Vögel sowie Haushühnern und anderem Zuchtgeflügel isoliert wurden. Ihr Ergebnis, das sie in der Genbank öffentlich zugänglich machen, verdoppelt die Anzahl der bisher verfügbaren genetischen Daten von H5n1-Erregern auf einen Schlag, heißt es in „Science“. Die US-Forscher setzten zusätzlich ein von ihnen entwickeltes Verfahren ein, „Proteotyping“ genannt. Dieses konzentriert sich auf Unterschiede in den Aminosäuren der viralen Proteine und spürt winzigste Veränderungen im Erbgut der Erreger auf, die bei den bisher üblichen Verfahren laut Obenauer und Kollegen leichter übersehen werden.

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