Wissenschaft
Wasser auf mysteriösem Saturn-Mond

Die Nasa-Sonde „Cassini“ hat überraschend Wasserbecken auf dem kleinen und mysteriösen Saturnmond namens Enceladus entdeckt. Sie lagern nur wenige Meter unter der Oberfläche und explodieren wie Geysire. Das teilte ein internationales Forscherteam unter deutscher Beteiligung am Freitag mit.

dpa WASHINGTON. Die Nasa-Sonde „Cassini“ hat überraschend Wasserbecken auf dem kleinen und mysteriösen Saturnmond namens Enceladus entdeckt. Sie lagern nur wenige Meter unter der Oberfläche und explodieren wie Geysire. Das teilte ein internationales Forscherteam unter deutscher Beteiligung am Freitag mit.

Die Eisgeysire oder auch Eisvulkane am Südpol des Mondes spucken relativ große Mengen an Wasserdampf und Eisteilchen aus, wie Sascha Kempf vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg erläuterte.

Bisher sei man davon ausgegangen, dass aktiver Vulkanismus nur auf der Erde, dem Jupiter-Mond Io und wahrscheinlich auf dem Neptun-Mond Triton existiert, schreibt die US-Weltraumbehörde Nasa. „Cassini“ habe den Mond Enceladus nun zu einem der aufregendsten Plätze in unserem Sonnensystem gemacht.

„Die Geysire schleudern Wasser bis zu 490 Kilometer weit in die Enceladus-Umgebung“, berichtete ein Team um Thomas Roatsch vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. „Ähnlich wie die Wasserfontänen im amerikanischen Yellowstone Nationalpark versprühen diese Geysire Wassertröpfchen - die jedoch auf Enceladus sofort zu Eis gefrieren - über weite Gebiete des Südpols dieses geologisch aktiven Saturntrabanten.“ Darüber hinaus versorgten die Eisteilchen den äußersten Saturnring mit Material.

Nach Angaben des Heidelberger Max-Planck-Instituts formt der größere Teil der frischen Teilchen eine riesige Wolke am Mond. Die schnelleren Teilchen speisten den so genannten E-Ring des Saturns, den größten Planetenring in unserem Sonnensystem.

„Man hat schon lange spekuliert, dass Enceladus noch ein ungelüftetes Geheimnis verbirgt“, sagte der Geophysiker Prof. Joachim Saur von der Universität Köln. Denn die Oberfläche des Mondes bestehe aus gefrorenem, spiegelglattem Wassereis. Diese entstehe durch das Ausfrieren des Wasserdampfes aus den Geysiren.

Die Nasa-Wissenschaftler rätseln jetzt, warum der kleine Mond mit einem Durchmesser von nur 500 Kilometern so aktiv ist. Möglicherweise gebe es auf Enceladus sogar lebende Organismen.

Nachdem die Saturn-Sonde „Cassini“ zuletzt im Juli 2005 in nur 175 Kilometern Entfernung an Enceladus vorbeigeflogen war, hat die Nasa jetzt das nächste kosmische Rendezvous für das Frühjahr 2008 geplant.

Enceladus wurde 1 789 von dem Deutschen Wilhelm Herschel entdeckt. Der ungleichförmig geformte Mond umkreist den Saturn in einem durchschnittlichen Abstand von 238 000 Kilometern. Über die Entdeckung berichten Forscher im US-Fachjournal „Science“ vom Freitag in mehreren Artikeln.

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