Wissenschaft
Weiterer Urmenschen-Schädel bei Tiflis entdeckt

Archäologen haben im Kaukasus einen weiteren 1,8 Mill. Jahre alten Schädel eines Urmenschen gefunden. Das wissenschaftlich hoch bedeutsame Menschenfossil wurde in Dmanisi südlich der Hauptstadt Tiflis geborgen, sagte der Generaldirektor des Georgischen Nationalmuseums, Prof.

dpa TIFLIS/BONN. Archäologen haben im Kaukasus einen weiteren 1,8 Mill. Jahre alten Schädel eines Urmenschen gefunden. Das wissenschaftlich hoch bedeutsame Menschenfossil wurde in Dmanisi südlich der Hauptstadt Tiflis geborgen, sagte der Generaldirektor des Georgischen Nationalmuseums, Prof. David Lordkipanidze, der dpa.

In Dmanisi sind damit insgesamt fünf Schädel des frühen Homo erectus sowie mehrere Unterkiefer ausgegraben worden. Alle Schädel hätten ein vergleichsweise geringes Hirnvolumen und deutlich ausgeprägte Knochenwülste über den Augen. Einer dieser Schädel der „ersten Europäer“ war am Montag nach Deutschland gebracht worden und soll in Bonn erstmals der Öffentlichkeit gezeigt werden.

Die Knochenfunde von Dmanisi, die ältesten Menschenfossilien außerhalb Afrikas, haben in den vergangenen Jahren weltweit für Aufsehen erregt. Die Fossilien aus dem Kaukasus widerlegen die bisher gültige These, wonach erst der voll entwickelte Urmensch Homo erectus vor etwa einer Million Jahre aus Afrika ausgewandert sein und von dort aus die Welt besiedelt haben soll. Einzelheiten über den neuen Schädel will Chefausgräber Lordkipanidze erst im Herbst nach Abschluss der wissenschaftlichen Untersuchungen öffentlich machen.

Das Fossil, das wie die anderen Stücke dieses Fundplatzes in genau datierbaren Bodenschichten entdeckt und von Kalksedimenten gut geschützt worden ist, sei bereits drei Mal im Computertomographen untersucht worden, sagte Lordkipanidze. Nach Aussagen des Wissenschaftlers gehört auch der Neufund zu einer Menschenform, die zwischen dem noch weniger entwickelten Homo habilis und dem später hoch gewachsenen und Faustkeile produzierenden Homo erectus als „Stammvater“ aller Menschen gelebt habe.

Der erste, 1999 in Dmanisi geborgene Menschenschädel „D 2 280“ ist eine der Attraktionen der Ausstellung „Roots - Wurzeln der Menschheit“ im Rheinischen Landesmuseum Bonn (8. Juli bis 19. November). Zusammen mit den Resten von rund 45 weiteren frühen Menschen soll das Fossil an den 150. Jahrestag der Entdeckung des Neandertalers im August erinnern.

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