Wissenschaft
Wie Bakterien Schnee und Regen machen

Washington (dpa) ­ Bakterien und andere winzige Organismen tragen stärker als bislang vermutet in der Atmosphäre zur Bildung von Schnee und Regen bei: Sie dienen als Kristallisationskeime, an denen winzige Eiskristalle wachsen können, die dann schließlich als Niederschlag auf die Erde fallen.

Washington (dpa) ­ Bakterien und andere winzige Organismen tragen stärker als bislang vermutet in der Atmosphäre zur Bildung von Schnee und Regen bei: Sie dienen als Kristallisationskeime, an denen winzige Eiskristalle wachsen können, die dann schließlich als Niederschlag auf die Erde fallen.

Dies berichten Wissenschaftler im US-Journal „Science“ (Bd. 319, S. 1 214) nach der Untersuchung von frisch gefallenem Schnee aus verschiedenen Ländern der Erde. In der Antarktis gibt es demnach die wenigsten dieser biologischen Aerosole, im US-Staat Montana und in Frankreich die meisten.

Aerosole sind kleine Schwebstoffe in der Luft. Dies können anorganische Teilchen sein wie etwa Salze, Staub- und Ascheteilchen oder biologische Partikel wie Sporen oder Bakterien. Alle zusammen beeinflussen das Klima, indem sie die Sonneneinstrahlung entweder aufnehmen oder reflektieren und indem sie als Kristallisationskeime die Bildung von Wolken auslösen. Um herauszufinden, welchen Anteil die biologischen Partikel an den Aerosolen haben, untersuchten die Forscher um Brent Christner von der Louisiana State University (Baton Rouge) nun 19 Schneeproben aus unterschiedlichen Regionen der Welt.

Es sei schwierig, von dem Anteil biologischer Aerosole im Schnee direkt auf den Gehalt in der Atmosphäre zu schließen, schreiben die Forscher. Ihre Untersuchung deute aber darauf hin, dass die Partikel in der Atmosphäre sehr verbreitet sind und in den Wolken vermutlich eine wichtige Rolle als Kristallisationskeime spielen.

Wie weitreichend der Einfluss der Aerosole auf das Wetter ist, zeigten US-Forscher erst kürzlich in einer anderen Untersuchung, veröffentlicht im „Journal of Geophysical Research“: Sie hatten festgestellt, dass es im Sommer im Südosten der USA in der Woche mehr regnet als am Wochenende und führten dies darauf zurück, dass in der Woche wesentlich mehr Schmutzpartikel aus Verkehr und Industrie in die Atmosphäre gelangten. Diese verstärkten dann Stürme und Regenfälle.

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