Wissenschaft
Wissenschaftler drängen auf Lockerung des Stammzellengesetzes

Das deutsche Stammzellengesetz muss nach Ansicht von Medizinern weiter gelockert werden, um die Forschung voranzutreiben. Das sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Stammzellforschung (GSZ), Jürgen Hescheler, am Donnerstag in Würzburg.

dpa WüRZBURG. Das deutsche Stammzellengesetz muss nach Ansicht von Medizinern weiter gelockert werden, um die Forschung voranzutreiben. Das sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Stammzellforschung (GSZ), Jürgen Hescheler, am Donnerstag in Würzburg.

Er bekräftigte damit eine seit Jahren bestehende Forderung zur freien Arbeit mit embryonalen Stammzellen. In der Mainstadt beraten noch bis zum Samstag Mediziner über neue Therapieverfahren zur Heilung schwerer Krankheiten. Zugleich soll die Forschung an den Zellen unter ethischen Gesichtspunkten diskutiert werden.

Derzeit gilt in Deutschland die sogenannte Stichtagsregelung. Danach dürfen von den Forschern nur embryonale Stammzellen genutzt werden, die aus dem Ausland importiert und vor dem 1. Januar 2002 gewonnen wurden. Hescheler wies darauf hin, dass diese Zellen oft verunreinigt oder defekt seien. „Die Stichtagsregelung sollte komplett aufgehoben werden“, sagte er mit Blick auf die Stammzellenforschung im Ausland, die rasant vorangehe und nicht so eingeschränkt sei.

Mit der Stichtagsregelung wird sich der Bundestag voraussichtlich im Herbst beschäftigen. Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Regenerative Medizin, Ulrike Schwemmer, beklagte indes, dass Politiker über etwas entscheiden müssten, von dem sie nur in ganz begrenztem Umfang etwas verstünden.

Die Mediziner erhoffen sich von der Arbeit mit embryonalen und erwachsenen (adulten) Stammzellen, irgendwann einmal Krankheiten wie Diabetes, Arthrose oder Demenz heilen zu können. Bereits heute können Blutstammzellen verwendet werden, um beispielsweise an Leukämie erkrankten Kindern zu helfen.

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