Wissenschaft
Wissenschaftler erzeugen Strom aus Körperwärme

Forscher mehrerer Fraunhofer-Institute haben eine Methode entwickelt, um aus der Körperwärme elektrischen Strom zu gewinnen. Die Technik nutzt die Unterschiede zwischen der Außentemperatur des Körpers - etwa in der Handfläche - und der Umgebungsluft.

dpa ERLANGEN. Forscher mehrerer Fraunhofer-Institute haben eine Methode entwickelt, um aus der Körperwärme elektrischen Strom zu gewinnen. Die Technik nutzt die Unterschiede zwischen der Außentemperatur des Körpers - etwa in der Handfläche - und der Umgebungsluft.

Dies teilte das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) am Montag in Erlangen mit. Die auf diese Weise erzeugte Energie könnte beispielsweise medizinische Sensoren auf Intensivstationen von Krankenhäusern mit Energie versorgen.

Der Strom stammt aus sogenannten thermoelektrischen Generatoren. Diese speziellen Halbleiterbauteile bestünden aus einer rund vier Quadratzentimeter großen Platte, die die Wärme aufnehme. Darunter befinde sich eine Platte, die die Temperatur der kühleren Umgebungsluft habe. Die Halbleitermaterialien sind so gewählt, dass durch die Temperaturdifferenz eine elektrische Spannung entsteht. Dieser thermoelektrische Effekt, der sich auch zur Temperaturmessung ausnutzen lässt, dient zur Energiegewinnung.

Die Forscher hatten bei ihrer Entwicklung das Problem zu lösen, dass für diese Art der Stromerzeugung bislang Temperaturunterschiede von mehreren zehn Grad Celsius erforderlich waren. „Mit so geringen Differenzen wie zwischen der Temperatur des Menschen und seiner Umgebung lassen sich normalerweise nur geringe Spannungen erzeugen“, erläuterte Teilprojektleiter Peter Spiess vom Erlanger Fraunhofer- Institut. Man habe deswegen Schaltungen entwickeln müssen, die mit 0,2 Volt auskommen - üblicherweise arbeitet Elektronik mit mehreren Volt.

In der Zukunft könnten die Systeme so verbessert werden, dass für sie bereits Temperaturdifferenzen von nur 0,5 Grad zur Stromerzeugung ausreichen. Eingesetzt werden könnte die neue Technik nach Vorstellungen der Forscher überall dort, wo eine Temperaturdifferenz auftritt - etwa zur Kalkulation von Heizkosten, zur Überwachung der Kühlketten beim Gütertransport oder in Klimaanlagen. An der Entwicklung waren neben dem Erlanger Fraunhofer-Institut auch die Fraunhofer-Institute für Physikalische Messtechnik (IPM) und für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (Ifam) beteiligt.

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