Wissenschaft
Yoghurt-Bakterium soll Wirkstoff gegen HIV produzieren

Das Yoghurt-Bakterium Lactobacillus könnte künftig möglicherweise beim Kampf gegen Aids helfen: Im Tierversuch gelang es US-Forschern, in das Bakterium ein Gen für ein so genanntes Mikrobizid einzuschleusen, das eine HIV-Infektion verhindern kann.

dpa LONDON. Das Yoghurt-Bakterium Lactobacillus könnte künftig möglicherweise beim Kampf gegen Aids helfen: Im Tierversuch gelang es US-Forschern, in das Bakterium ein Gen für ein so genanntes Mikrobizid einzuschleusen, das eine HIV-Infektion verhindern kann.

Wie es im britischen Magazin „New Scientist“ (Bd. 191, S. 17) heißt, produzierte das veränderte Milchbakterium, das auch natürlicherweise in der Scheidenflora vorkommt, genügend Mikrobizide, um die Vervielfältigung der Aidsviren zu stoppen.

Schon seit längerem versuchen Forscher, Gene des Mikrobizids Cyanovirin-N in den DNA-Ring eines Bakteriums zu integrieren. Bislang war diese Konstruktion aber so instabil, dass die Gefahr bestand, das fremde Gen könne wieder herausrutschen und seine Umgebung schädigen. Peter Lee von der Universität Stanford in Kalifornien schaffte es nun aber, das Mikrobizid-Gen recht stabil im Hauptchromosom des Laktobacillus zu verankern. „Das ist ein Meilenstein“, sagte Jim Turpin vom Mikrobizid-Programm der US-Gesundheitsinstitute.

Der Vorteil dieses Ansatzes gegenüber einem Mikrobizid-haltigen Gel ist es, dass die Bakterien über einige Tage hinweg schützend in der Scheide wirken. Vor allem für Frauen in Afrika wäre ein solcher bakterieller Bioschild von hohem Nutzen - nicht zuletzt, weil er preiswert und leicht anzuwenden ist.

Die Originalarbeit ist im Fachjournal „Antimicrobial Agents and Chemotherapy“ (Bd. 50, S. 3 250) veröffentlicht.

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