Wissenschaft
Zahnschmelzanalyse enträtselt Speiseplan von Frühmenschen

Aus dem Zahnschmelz 1,8 Mill. Jahre alter Backenzähne haben Forscher den Speiseplan von Frühmenschen enträtselt. Die Hominiden namens Australopithecus ernährten sich demnach äußerst vielfältig von Blättern, Früchten, Samen, Wurzeln, Knollen und möglicherweise auch Tieren.

dpa WASHINGTON. Aus dem Zahnschmelz 1,8 Mill. Jahre alter Backenzähne haben Forscher den Speiseplan von Frühmenschen enträtselt. Die Hominiden namens Australopithecus ernährten sich demnach äußerst vielfältig von Blättern, Früchten, Samen, Wurzeln, Knollen und möglicherweise auch Tieren.

Dies berichten die Forscher im Journal „Science“. Damit sei die These widerlegt, nach der die Primatenart wegen eines zu einseitigen Speiseplanes ausstarb, schreiben die Wissenschaftler.

Nun müssten andere biologische, soziale oder kulturelle Gründe für das Aussterben des auch Paranthropus genannten Hominiden sowie das Überleben der direkten Vorfahren des Menschen untersucht werden, sagte Mitautor Matt Sponheimer von der Universität von Colorado in Boulder. Paranthropus lebte in Afrika in Nachbarschaft der Urahnen des Menschen, starb jedoch aus, als das Klima trockener wurde.

Die Studie zeige, dass vielfältige Ernährung schon seit jeher ein Merkmal von Primaten ist. „Diese Vielfalt erlaubt es dem modernen Menschen, Nahrung aus aller Welt zu essen“, schreibt Mit-Autor Thure Cerling von der Universität von Utah in Salt Lake City. Da der Paranthropus keine Werkzeuge benutzt habe, sich aber dennoch vielfältig ernährte, lasse sich zudem folgern, dass Werkzeuge für die Evolution des Menschen doch keine so große Rolle spielten wie bislang angenommen.

Die Forscher untersuchten mit einem stark verfeinerten Laser die Baumringen ähnelnden Emaille-Schichten der Zähne, die von vier in Südafrika gefundenen Skeletten stammten. Anhand der in den Schmelz eingelagerten Stoffe schlossen die Forscher auf die Ernährung der Hominiden. Mit dem Laser sei es gelungen, den Zahnschmelz zu untersuchen, ohne die Zähne zu beschädigen, heißt es in der Studie.

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