Wissenschaft
Zeit fürs Essen ist genetisch gesteuert

Wer regelmäßige Mahlzeiten gewohnt ist, wird zu diesen Zeiten auch hungrig. Eine Gruppe von französischen und Schweizer Forschern hat nun ein Gen gefunden, das für diese Erwartung der Essenszeiten verantwortlich ist.

dpa LONDON. Wer regelmäßige Mahlzeiten gewohnt ist, wird zu diesen Zeiten auch hungrig. Eine Gruppe von französischen und Schweizer Forschern hat nun ein Gen gefunden, das für diese Erwartung der Essenszeiten verantwortlich ist.

Etienne Challet von der Universität Freiburg und ihre Kollegen stellen die Entdeckung im Fachjournal „Current Biology“ (Bd. 16, S. 2016) vor. Fehlt genmanipulierten Mäusen das Gen mit dem Namen „Period 2“, fehlen den Tieren auch die typischen Verhaltensweisen im Vorfeld einer regelmäßigen Mahlzeit, wie die Forscher berichten. Bei normalen Mäusen mit „Period 2“ erhöhen sich vor einer Mahlzeit körperliche Aktivität und Köpertemperatur. Fehlt den Mäusen „Period 2“, treten diese Signale nicht auf. Offensichtlich können diese Mäuse die Essenszeit nicht vorhersehen.

„Period 2“ ist gemeinsam mit den Genen „Period 1“ und „Period 3“ ausschlaggebend für den lichtgesteuerten Tagesrhythmus von Maus und Mensch. Die Forscher hoffen nun, dass mit Hilfe der vorliegenden Studie die Gebiete im Hirn gefunden werden können, die bei der Erwartung von Mahlzeiten aktiv sind. Dadurch ließe sich das Zusammenspiel dieser Gebiete mit anderen Hirnregionen untersuchen, die etwa für das Lernen, das Gedächtnis oder für Genuss verantwortlich sind. Außerdem könnte die Entdeckung nach Erwartung der Forscher auch einmal für mögliche Therapien beispielsweise gegen Essstörungen, Fettsucht oder Depressionen wichtig werden.

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