Wissenschaft
Zeppelinexpedition soll Eispanzer am Nordpol erkunden

Forscher wollen mit einem Zeppelin den Nordpol überqueren, um erstmals lückenlos die Eisdicke zwischen Kanada und Sibirien zu vermessen.

dpa BREMERHAVEN. Forscher wollen mit einem Zeppelin den Nordpol überqueren, um erstmals lückenlos die Eisdicke zwischen Kanada und Sibirien zu vermessen. Das Luftschiff, das im nächsten Jahr starten soll, werde dazu mit einer vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI) entwickelten Sonde ausgerüstet, teilte das Institut mit.

Die Entwicklung der Eisbedeckung in den Polarmeeren gehöre zu den Schlüsselfragen der Klimaforschung und zähle damit zu den zentralen Forschungsthemen im internationalen Polarjahr 2007/2 008.

Der Zeppelin soll im April 2008 von Spitzbergen (Norwegen) aus über den Nordpol zur kanadischen Küste und weiter nach Alaska fliegen. Ziel sei es, erstmals ein kontinuierliches Profil der Eisdicken von der kanadischen Küste über den Nordpol bis zur sibirischen Arktis zu erstellen, sagte Christian Haas, Geophysiker des Instituts. Während die eisbedeckte Fläche im Arktischen Ozean stark abnehme, nehme sie in der Antarktis zu. „Über die regionale Verteilung der Eisdicke in Arktis und Antarktis und ihre zeitliche Veränderung ist fast nichts bekannt.“

Bereits in diesem Monat werden Wissenschaftler im Rahmen des Poleairship-Projekts ohne Luftschiff zum Nordpol aufbrechen, um einen ersten Datensatz mit Hubschrauberhilfe zu erstellen. Dabei werden nach AWI-Angaben Taucher und ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug eingesetzt. Das Team wird in Zelten auf dem Eis leben und durch Flugzeuge aus der Luft versorgt.

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