Wissenschaft
Zu kleiner Genpool bedroht Tasmanische Teufel

Die Tasmanischen Teufel sind nach einer neuen Studie wahrscheinlich nur noch mit menschlicher Hilfe vor dem Aussterben zu retten. Viele der vierbeinigen Beuteltiere haben einen tödlichen Krebs, der durch Bisse weitergegeben wird.

dpa SYDNEY. Die Tasmanischen Teufel sind nach einer neuen Studie wahrscheinlich nur noch mit menschlicher Hilfe vor dem Aussterben zu retten. Viele der vierbeinigen Beuteltiere haben einen tödlichen Krebs, der durch Bisse weitergegeben wird.

Die Population ist wegen mangelnder genetischer Vielfalt nicht in der Lage, eine Immunabwehr gegen den Krebs zu entwickeln, stellte ein Forscherteam der Universität von Sydney nach Medienangaben von Donnerstag fest.

Die Krankheit begann nach Angaben von Katherine Belov in den 90er Jahren durch die Zellveränderung bei einem einzigen Tier. Durch Bisse wurden die Krebszellen dann übertragen. Bei den kranken Tieren bilden sich Gesichtstumore, die sie am Fressen hindern. Die Tiere verhungern. Der Bestand ist nach Schätzungen bereits um bis zu 90 Prozent auf rund 100 000 Exemplare gesunken.

Anderen australischen Tieren könne ein ähnliches Schicksal drohen, warnte Belov: Auch Schnabeltiere (Ornithorhynchus anatinus) und Koalas hätten sehr homogene Genpoole. „Es ist erschreckend, aber der Verlust genetischer Vielfalt öffnet die Türen für die rasante Verbreitung vieler neuer und alter Krankheiten“, sagte sie.

Die These der mangelnden Gen-Vielfalt beim Tasmanischen Teufel hatte das Umweltministerium von Tasmanien schon im vergangenen Jahr geäußert. Forscher hatten eine weit reichende Veränderung des Erbguts in den Tumorzellen festgestellt, die bei allen untersuchten Tieren exakt dieselbe war. Die Forscher haben bereits 47 gesunde Tiere nach Australien gebracht, die in Tierparks für den Fortbestand der Art sorgen sollen.

Der rund 70 Zentimeter lange Tasmanische Teufel (Sarcophilus harrisi) heißt so wegen seiner Wildheit, seines schwarzen Fells und den - bei Aufregung - rot leuchtenden Ohren. Er kommt heute in Freiheit nur noch auf der australischen Insel Tasmanien vor.

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