Wissenschaft
Zu viel männliche Hormone: Diabetesmittel verhilft zum Eisprung

Eine neue Therapie kann Frauen helfen, die unter dem so genannten Polyzystischen Syndrom (Pcos) leiden und nicht schwanger werden.

dpa ESSEN. Eine neue Therapie kann Frauen helfen, die unter dem so genannten Polyzystischen Syndrom (Pcos) leiden und nicht schwanger werden. Das Syndrom in den Eierstöcken sei durch Bläschenbildung und Hormonstörungen gekennzeichnet und gehe meist mit einem Überschuss männlicher Hormone einher, sagte der Mediziner Onno Janßen auf einer Endokrinologentagung in Essen.

Die Folgen seien vermehrte Körperbehaarung, Akne und Haarausfall. Häufig komme es zu Zyklusstörungen, durch die kein Eisprung stattfinde. Betroffen seien in Deutschland rund eine Million Frauen.

„Der Wirkstoff Metformin kann dazu beitragen, Kinderwünsche betroffener Frauen zu erfüllen“, betonte Janßen. Bei vielen Patientinnen verliere das Insulin seine Wirkung. Das Diabetesmittel Metformin verbessere die herabgesetzte Insulinwirkung wieder und trage zur Normalisierung des Zyklus bei. „Damit haben Frauen wieder gute Voraussetzungen, auf natürliche Weise schwanger zu werden“, sagte Janßen. Offiziell sei Metformin hier zu Lande noch nicht zur Behandlung von Pcos zugelassen. „Eine Therapie kann aber im Rahmen eines Heilversuchs durchgeführt werden“, sagte der Endokrinologe vom Universitätsklinikum Essen.

Stoffwechselstörungen sind Schwerpunktthema beim 50. Symposium der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie in Essen. Mediziner beschäftigen sich dabei auch mit dem Gesundheitsrisiko Bauchspeck. „Zwar ist bekannt, dass Fettleibigkeit Bluthochdruck, Blutzucker- und Fettstoffwechselstörungen begünstigt, aber erst in letzter Zeit erkennen wir die Mechanismen und die Tatsache, dass vor allem das Fettgewebe in der Bauchhöhle ein hohes Risiko ist“, sagte der Bochumer Mediziner Prof. Harald Klein.

Vom Bauchspeck würden vermehrt Botenstoffe gebildet, die bei Entzündungen eine Rolle spielten. „Wir gehen davon aus, dass diese chronischen Entzündungsreaktionen die Entstehung von Arteriosklerose begünstigen“, sagte Klein. Außerdem werde die Wirkung von Insulin herabgesetzt und die Appetitregelung beeinträchtigt. Etwa 15 bis 20 Prozent der Deutschen seien vom „Wohlstandssyndrom“ betroffen. Als Faustformel gelte, dass bei Frauen der Bauchumfang 80 Zentimeter nicht überschreiten dürfe, bei Männern 94 Zentimeter.

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