Wissenschaft
Zukunftspreis für Forscher aus Jena und Regensburg

Forscher des Jenaer Fraunhofer-Instituts haben gemeinsam mit einem Regensburger Unternehmen den Deutschen Zukunftspreis für die Entwicklung leistungsstärkerer Leuchtdioden (Leds) erhalten.

dpa BERLIN. Forscher des Jenaer Fraunhofer-Instituts haben gemeinsam mit einem Regensburger Unternehmen den Deutschen Zukunftspreis für die Entwicklung leistungsstärkerer Leuchtdioden (Leds) erhalten.

Bundespräsident Horst Köhler verlieh die mit 250 000 Euro dotierte Auszeichnung am Donnerstagabend in Berlin, wie das Bundespräsidialamt mitteilte. Die Wissenschaftler des Fraunhofer- Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik sowie der Firma Osram Opto Semiconductors Gmbh haben Leds dreifach verbessert: Sie entwickelten neue Chips, ein Gehäuse und eine Spezialoptik. Die Technik kann Autoscheinwerfer oder Flachbildschirme besser zum Leuchten bringen.

Hinter der Innovation stehen die Wissenschaftler Klaus Streubel und Stefan Illek aus Regensburg, die seit 1999 an kleinen neuen Halbleiterchips - dem Herz einer jeden Leuchtdiode - getüftelt haben. Andreas Bräuer aus Jena entwickelte die passende Optik dazu. Dank der gemeinsamen Erfindung des Teams eröffnen sich für Leds, die langlebiger und energiesparender sind als herkömmliche Glühbirnen, viele neue Einsatzgebiete bis hin zur Straßenlaterne.

„Unsere Leds können die Beleuchtung komplett revolutionieren“, sagte Teamsprecher Klaus Streubel nach der Preisverleihung. „Wir freuen uns sehr über diesen Preis. Das ist ein enormer Motivationsschub.“ Die Auszeichnung freue ihn besonders für die 50 bis 60 Forschungs-Mitarbeiter im Hintergrund, die sonst nie zur Geltung kämen. „Von dem Preisgeld feiern wir erst einmal eine riesige Party in Regensburg“, ergänzte Streubel. Weitere Pläne über die Verwendung des Geldes gebe es noch nicht. „Wir machen auf jeden Fall weiter. Unsere nächste große Herausforderung sind die Flachbildschirme.“ Erste Anwendungen gebe es bereits.

Bundespräsident Horst Köhler forderte vor der Preisverleihung erneut einen schnelleren Transfer des Wissens von der Forschung in die Wirtschaft. „Wir müssen die Angst verlieren, zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu kooperieren“, sagte er. „Das passiert zwar, aber für meine Begriffe etwas zu langsam.“ Den Preis übergab Regisseur und Oscar-Preisträger Florian Henckel von Donnersmarck mit den Worten: „Sie wissen, dass das, was Sie entwickeln, für den Menschen von Nutzen ist. Ich kann das nur hoffen.“

Der Deutsche Zukunftspreis ist in diesem Jahr zum elften Mal vergeben wurden. Aus 23 Bewerbungen wurden vier Teams von einer Jury aus Wissenschaft und Wirtschaft für die Endrunde nominiert. Die anderen Wissenschaftler hatten Superchips für Handys und Computer, Hochleistungsakkus für Elektroautos und einen Automaten für die molekulare Rasterfahndung entwickelt.

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