Wissenschaft
Zwei Seen unter antarktischem Eis entdeckt

US-Forscher haben unter dem kilometerdicken Eispanzer der Antarktis zwei zuvor unbekannte Seen entdeckt. Die verborgenen Gewässer liegen in der Nachbarschaft des Wostok-Sees, dem letzten großen vom Menschen unberührten Gewässer der Erde.

dpa NEW YORK. US-Forscher haben unter dem kilometerdicken Eispanzer der Antarktis zwei zuvor unbekannte Seen entdeckt. Die verborgenen Gewässer liegen in der Nachbarschaft des Wostok-Sees, dem letzten großen vom Menschen unberührten Gewässer der Erde.

Die Entdecker Robin Bell und Michael Studinger von der Columbia-Universität in New York glauben, dass die eisigen Fluten aller drei Seen seit 35 Mill. Jahren unter dem heute mehr als drei Kilometer dicken Eis versiegelt sind: Kein Tropfen schmutzigen Wassers und keine verschmutzte Luft sind seitdem zu ihnen durchgedrungen.

Die Geophysiker vom Earth Institute der Columbia-Universität nennen die beiden Nachbarn des Wostok-Sees „90 Grad Ost“ - nach dem Längengrad des etwa 2 000 Quadratkilometer großen Sees - und „Sowetskaja“. Letztere Bezeichnung nimmt Bezug auf die russische Forschungsstation, die zufällig auf das Eis über dem See gebaut ist. Der Sowetskaja-See hat nach Angaben der beiden Forscher eine unterirdische Wasseroberfläche von 1 600 Quadratkilometern. Der Wostok-See ist sogar 14 000 Quadratkilometer groß. Die Forscher stellen die beiden neu entdeckten Seen in der Februar-Ausgabe des Fachjournals „Geophysical Research Letters“ (DOI: 10.1 029/2005gl025207) vor.

Bell und Studinger glauben, dass das Ökosystem von 90 Grad Ost und Sowetskaja genauso exotisch sein dürfte wie das des Wostok-Sees. Vom Sonnenlicht abgeschnitten verhungerten einer weit verbreiteten Theorie zufolge einst die meisten Mikroorganismen und mit ihnen die Rädertierchen, Fadenwürmer und Kleinkrebse in der Tiefe. Einige Mikrobenarten könnten aber überlebt haben. Sie könnten Forschern einmal Einblick in vergangene, Mill. Jahre alte Bakterienstämme geben.

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