Wissenschaftler untersuchen, wie die Umwandlung in neue Zelltypen gesteuert werden kann
Forscher lüften Geheimnis der Stammzelle

Die Stammzellenforschung steht trotz erster Erfolge bei der Therapie noch ganz am Anfang. Die Mediziner nutzen zwar so genannte adulte Stammzellen, die aus körpereigenen Zellen – etwa aus dem Knochenmark oder Gehirn – gewonnen werden können, in ersten klinischen Studien erfolgreich zur Regenerierung des Herzmuskels nach einem Herzinfarkt oder zur Behandlung von Leukämie, doch immer wieder stoßen die Ärzte mit ihrer Therapie an Grenzen.

DÜSSELDORF. „Wir wissen heute noch zu wenig über die Steuerung dieser Selbsterneuerungsprozesse“, sagt Anthony Ho, Ärztlicher Direktor an der medizinischen Universtitätsklinik Heidelberg. Erst, wenn die Rahmenbedingungen für das Wachstum der Zellen bekannt seien, könnte die Stammzellenentwicklung gezielt beeinflusst werden, sagt der Mediziner.

Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die Forscher das genetische Programm und die Wachstumsbedingungen kennen, mit denen die Selbsterneuerung und Differenzierung von Stammzellen gesteuert werden könnte. Die Forscher Wissenschaftler der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg haben hier erste Erfolge erzielt. Ihnen ist es gelungen, Einblicke in das genetische Programm der asymmetrischen Teilung von Blutstammzellen zu erhalten.Dies sei ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg, die Geheimnisse der Stammzellenteilung zu verstehen, sagt Ho.

Während bei der Erforschung der embryonalen Stammzellen immer wieder darüber geklagt wird, Forscher in Deutschland würden im internationalen Wettbewerb mehr und mehr zurückfallen, zeigt sich bei den adulten Stammzellen ein ganz anderes Bild. „Hier können Forscher in Deutschland im internationalen Vergleich ganz gut mithalten“, sagt Martin Zenke, Professor für Biomedizinische Technik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen.

Erst vor wenigen Wochen hat der Biomediziner aus Aachen zusammen mit seinem Kollegen Albrecht Müller, Professor an der Universität Würzburg, in einer Kooperation mit Kollegen aus Heidelberg erstmals den Nachweis erbracht, dass sich adulte Stammzellen tatsächlich zu Zellen eines anderen Gewebes wandeln können. Die Forscher haben neurale Stammzellen aus dem Gehirn mit speziellen Substanzen so beeinflusst, dass sich aus ihnen Blutzellen entwickelt haben.

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