Wissenschaftsjahr 2017 Diese Forscher haben Spuren hinterlassen

Genforscher, Erdbeben-Jäger und ein Klimaskeptiker als Chef der US-Umweltbehörde – das Wissenschaftsmagazin „Nature“ hat die zehn wichtigsten Menschen der Wissenschaft für das Jahr 2017 gekürt.
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Die italienische Astronomin gehört zu den zehn vom Wissenschaftsmagazin Nature ausgesuchten Personen. Quelle: dpa
Marica Branchesi

Die italienische Astronomin gehört zu den zehn vom Wissenschaftsmagazin Nature ausgesuchten Personen.

(Foto: dpa)

WashingtonVom visionären Quanten-Physiker über den Experten für Gen-Editing bis hin zum umstrittenen neuen Chef der US-Umweltbehörde EPA – sie alle gehören zu den zehn Menschen, die nach Ansicht des Fachmagazins „Nature“ im Jahr 2017 eine entscheidende Rolle in der Wissenschaft gespielt haben.

Jeder Einzelne habe dauerhafte Spuren hinterlassen, betonte Brendan Maher, leitender Redakteur bei „Nature“: „Diese Liste beschreibt die Höhen und Tiefen für die Wissenschaft und für Wissenschaftler.“ Die zehn Ausgewählten im Überblick.

Der Gen-Korrektor

Das CRISPR-Verfahren – eine universelle Gen-Schere, die Veränderungen im Erbgut ermöglicht – hat sich binnen weniger Jahre rasant in Laboren weltweit verbreitet. Doch es hat noch Schwächen: Das meist verwendete Enzym Cas9 schneidet zwar exakt, aber es fügt die DNA-Abschnitte anschließend nicht verlässlich wieder zusammen.

Der US-Biologe arbeitet an der Verbesserung von Genscheren. Quelle: dpa
David Liu

Der US-Biologe arbeitet an der Verbesserung von Genscheren.

(Foto: dpa)

Der US-Biologe David Liu vom Broad Institute in Cambridge hat mit seinem Team ein neues Enzym entwickelt, das genau dies leistet: Anfälligere DNA-Basen können damit verlässlich in stabilere umgewandelt werden. Bis zum Einsatz in der Gentherapie sei es jedoch noch ein Stück Arbeit, betont Liu.

Der Erdbeben-Jäger

Das erste heftige Erdbeben erlebte Victor Cruz-Atienza 1985 als Elfjähriger in seiner Heimatstadt Mexico-City – sein Interesse an Geophysik war geweckt. Seit 2016 leitet er das Seismologie-Institut der Universität in Mexico-City und beschrieb in einem Artikel, wie sich die Bodenerschütterungen in dem urzeitlichen Seebecken, in dem die Stadt liegt, ausbreiten.

Das große Beben vom September, das 7,1 auf der Richterskala erreichte und dessen Zentrum 120 Kilometer von der Stadt entfernt lag, bestätigte die Vorhersage exakt: Die weichen Sedimente verstärkten die Erschütterungen zur Mitte des Seebeckens hin. Nur weil das Beben kürzer war und die Häuser stabiler gebaut als 1985, gab es weniger Tote als damals.

Der Generalsekretär der Organisation CTBTO möchte einen internationalen Vertrag zum Stop von Atomwaffentests durchsetzen. Quelle: Reuters
Lassina Zerbo

Der Generalsekretär der Organisation CTBTO möchte einen internationalen Vertrag zum Stop von Atomwaffentests durchsetzen.

(Foto: Reuters)

Der Atomwaffen-Tracker

Für den Geophysiker Lassina Zerbo war 2017 kein einfaches Jahr. Als Kopf der Organisation CTBTO, die einen internationalen Vertrag zum Stop von Atomwaffentests durchsetzen möchte, führt er Buch über solche Versuche weltweit. Die Tests Nordkoreas und der aggressive Schlagabtausch zwischen Staatsführer Kim Jong-Un und US-Präsident Donald Trump stellten Zerbo in den vergangenen Monaten vor Herausforderungen.

Neben seinen Bemühungen, das weltweite Monitornetz aus Sensoren für Infraschall, Hydroakustik, seismische Signale und Radionuklide auszubauen, wirbt Zerbo unermüdlich weiter für den Atomwaffentest-Bann.

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