Wrack wird zerfressen Die Titanic verschwindet vom Meeresgrund

Im April 1912 ging die Titanic unter, rund 1500 Menschen an Bord des Luxusdampfers starben bei der Katastrophe. Demnächst könnte das Wrack komplett verschwinden: Bakterien nagen an dem gesunkenen Koloss.
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Seit dem Untergang im April 1912 ruht das Wrack des Luxusdampfers fast 4000 Meter tief im Nordatlantik. Quelle: dpa
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Seit dem Untergang im April 1912 ruht das Wrack des Luxusdampfers fast 4000 Meter tief im Nordatlantik.

(Foto: dpa)

BremerhavenDer Untergang der Titanic ist die wohl bekannteste Katastrophe der Seefahrt: Nach der Kollision mit einem Eisberg auf seiner Jungfernfahrt von Southampton in England nach New York sinkt der Luxusdampfer in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912. Rund 1500 der mehr als 2200 Menschen an Bord kommen ums Leben.

Seither ruht das Wrack in fast 4000 Meter Tiefe auf dem Grund des Atlantiks, wo es 1985 von Unterwasser-Archäologen entdeckt wurde. Inzwischen ist es in keinem guten Zustand – demnächst könnte auch das Wrack nur mehr Geschichte sein. Schon in 15 bis 20 Jahren, sagen Forscher, könnten die Überreste komplett verschwunden sein. Die Ursache: bakterieller Eisenfraß.

Unterwasserfotos belegen den Todeskampf der Titanic
100 Jahre Untergang der Titanic
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Vor 100 Jahren sank die Titanic und riss rund 1500 Menschen in den Tod – jetzt hat eine Expertenkommission um den Filmemacher James Cameron den Hergang der Katastrophe neu rekonstruiert. Das Schiff ist demnach nicht wie häufig beschrieben gleitend im Ozean versunken, sondern musste einen grausamen Todeskampf durchleiden.

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Das belegen unter anderem neue Aufnahmen des Wracks, die das Magazin „National Geographic Deutschland“ in seiner April-Ausgabe präsentiert.

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Die Bilder entstanden bei einer Tauchroboter-Expedition im Jahr 2010. Die mit Vermessungsanlagen und hochauflösenden Kameras ausgerüstet Roboter schossen Tausende neuer Fotos, die mit innovativen graphischen Methoden zu einer Gesamtaufnahme zusammengesetzt wurden. Die so entstandenen Bilder zeigen die Überreste des Luxusdampfers – hier der Bug – in bislang ungekannter Genauigkeit.

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Diese mächtigen Maschinen trieben einst das größte Schiff der Welt an. Heute ruhen sie auf dem Meeresgrund und werden von Mikroben zersetzt, die den Stahl als rötlicher Teppich überziehen.

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Zwei der Kräne, mit denen die Rettungsboote der Titanic zu Wasser gelassen wurden. Die gewaltigen Kräfte, die im Moment des Untergangs auf die „Titanic“ einwirkten, ließen das Schiff noch an der Wasseroberfläche auseinanderbrechen. Vom Heck abgetrennt, schoss das Vorschiff in einem steilen Winkel auf den Meeresboden zu. Es gewann im Sinken immer mehr an Tempo, Teile rissen ab, Schornsteine knickten, und die Brücke zerbarst.

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Das trägere Heck – hier abgebildet, deutlich erkennbar zwei Flügel der Schiffsschraube – drehte sich nach dem Abriss des Vorschiffs fast in die Vertikale und trudelte in Spiralen in die Tiefe. Ein großer vorderer Teil, durch den Bruch an der Oberfläche geschwächt, löste sich vollständig auf und schleuderte seinen Inhalt in den Abgrund. Kabinen zerbarsten, Decks wurde zusammengedrückt, sehr schwere Teile wie die Kessel fielen senkrecht in die Tiefe, während andere wie Frisbees fortgewirbelt wurden.

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Diese Laderaum-Abdeckung wurde durch die gewaltigen Kräfte beim Auftreffen auf dem Meeresgrund aus ihrer Verankerung gerissen und fortgeschleudert. Die Analyse solch deformierter Stahlteile ist selbst für erfahrene Experten eine große Herausforderung.

Mehr über die neuen Erkenntnisse zur Titanic-Katastrophe finden Sie unter www.nationalgeographic.de/titanic.

„Das Wrack ist von Biofilmen und Rost überzogen“, erklärt Antje Boetius, Meeresbiologin am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung. Forscher entdeckten vor einigen Jahren in den Rostflocken eine Bakterienart, die nach ihrem Fundort Halomonas titanicae genannt wurde.

„Eigentlich wächst dieses Bakterium gerne im Warmen bei über 30 Grad“, sagt Boetius. „Aber dort, wo das Wrack liegt, sind es vier Grad.“ In der kalten Tiefsee müssten die Schiffsüberreste also eigentlich geschützt sein.

Tatsächlich aber zersetzen die Mikroben trotz der Kälte die Schiffswände. „Sie tragen dabei nicht langsam Millimeter für Millimeter die Oberfläche ab, sondern verursachen Lochfraß“, so die Tiefseeforscherin. „Dadurch wird das Wrack instabil und fällt irgendwann zusammen.“

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1 Kommentar zu "Wrack wird zerfressen: Die Titanic verschwindet vom Meeresgrund "

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  • Erstaunlich ist das ausgerechnet die Titanic Schiffskatastrophe derartige Aufmerksamkeit erhält.

    Es gab grössere Schiffskatastrophen, Beispielsweise die Wilhelm Gustloff die mit 6000 Flüchtlingen an Bord (nicht Einwanderer!!) in der Ostsee torpediert wurde, die Goya.... Oder ein mit KZ Häftlingen beladenes Schiff das von den Engländern in der Ostsee in Brand geschossen wurde (sofern Deutsche Opfer politisch nicht korrekt sind).

    Es gab Schatzschiffe die gesunken sind wie diverse spanische Schiffe vor 500 Jahren, oder ein Kreuzer der im WKII russisches Gold in die USA transportierte und von einem Deutschen U-Boot versenkt wurde.

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