Forschung + Innovation
Wünschelrutengänger scheitern im Test: Kein Preisgeld

Mehrere deutsche Wünschelrutengänger und Geistheiler haben in wissenschaftlichen Tests ihre angeblichen Fähigkeiten nicht nachweisen können und damit das Preisgeld von einer Million Dollar (800 000 Euro) verspielt.

dpa ROßDORF. Mehrere deutsche Wünschelrutengänger und Geistheiler haben in wissenschaftlichen Tests ihre angeblichen Fähigkeiten nicht nachweisen können und damit das Preisgeld von einer Million Dollar (800 000 Euro) verspielt.

In den vergangenen Monaten hatte die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (Gwup) im südhessischen Roßdorf 13 Kandidaten geprüft, teilte der Vorsitzende Amardeo Sarma mit. „Keiner von ihnen hatte mehr Treffer als ein Zufallsgenerator.“ Das Preisgeld hatte der US-amerikanische Trick-Experte James Randi ausgeschrieben.

Daraufhin hatten sich vor allem Wünschelrutengänger gemeldet. Sie mussten insgesamt 13 mal einen Parcour mit zehn Eimern durchlaufen. Dabei war jeweils unter einem anderen Eimer das Material versteckt, das sie aufspüren wollten. „Nach dem Zufallprinzip würde man im Schnitt mit 1,3 Treffern rechnen“, erklärte Sarma. „Die Quote bei den Versuchspersonen lag sogar noch darunter.“

Mit einem ähnlichen Verfahren wurden Probanden getestet, die nach eigenen Angaben allein durch Geisteskraft den Geschmack von Wein und von Wasser verändern können. Bei den Versuchen waren sie allerdings nicht in der Lage, die von ihnen beeinflusste Flüssigkeit später wieder aus mehreren Angeboten eindeutig herauszuschmecken. „Nur einer von ihnen hatte im ersten Durchgang Werte über dem erwarteten Durchschnitt. Bei einem zweiten Durchlauf konnte er dieses Resultat aber nicht bestätigen“, sagte Sarma.

Die Tests seien kein Beweis dafür, dass es keine paranormalen Fähigkeiten gibt, stellte der Gwup-Vorsitzende klar. „Es steht nur fest, dass bislang noch kein wissenschaftlicher Beweis für ihre Existenz erbracht worden ist.“ Die Versuche will Sarma nicht als Blamage für die Probanden werten, sondern dankte ihnen für ihren Mut. Die Aktion diene vielmehr dazu, die Gesellschaft aufzuklären, dass paranormale Phänomene keine Glaubenssache, sondern wissenschaftlich überprüfbar seien. „Wir hoffen, dass unsere Teste von vielen nachgemacht werden.“

Die Versuche wurden von der ARD aufgezeichnet. Sie sind am Dienstag (12. Oktober) in der WDR-Sendung „Quarks & Co“ ab 21.00 Uhr und am Mittwoch (13. Oktober) in der ARD bei „W wie Wissen“ ab 21.45 Uhr zu sehen.

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