WWF-Ranking
Europas Klimasünder haben das Kennzeichen „D“

Sechs der zehn klimaschädlichsten Kohlekraftwerke in der Europäischen Union stehen nach Berechnungen von Umweltschützern in Deutschland. Die Studie heizt die Debatte um Privilegien und Subventionen für die Kohle weiter an.

HB BERLIN. Die Studie des Öko-Instituts im Auftrag der Naturschutzorganisation WWF basiert auf den Emissionsdaten von 2006, die im Rahmen des Emissionshandels erhoben werden. Das Ranking listet jene Kraftwerke in der EU, die pro erzeugter Kilowattstunde Elektroenergie das meiste CO2 in die Atmosphäre pusteten. Die zehn Kraftwerke an der Spitze der Liste, die 30 Anlagen umfasst, werden allesamt mit Braunkohle betrieben.

Trauriger Spitzenreiter der Liste ist das vergleichsweise kleine griechische Kraftwerk Agios Dimitrios, das das Klima pro erzeugter Kilowattstunde mit 1,35 Kilogramm Kohlendioxid belaste. Das klimaschädlichste deutsche Kraftwerk - Niederaußem im Rheinland - steht auf Platz 3 des Rankings, gefolgt vom sächsischen Kraftwerk Boxberg. Die rheinischen Kraftwerke Frimmersdorf, Weisweiler und Neurath belegen die Plätze 5,6 und 7, die Anlage im brandenburgischen Jänschwalde Rang 10.

Die deutschen Anlagen in den Top 10 werden von zwei Konzernen betrieben: Die rheinischen Anlagen besitzt RWE, die ostdeutschen die Tochter des schwedischen Energieriesen Vattenfall. Beide Konzerne fördern die Braunkohle zur Verbrennung in ihren Kraftwerken selbst in nahe gelegenen Tagebauen.

Auf der Gesamtliste mit 30 Anlagen finden sich noch vier weitere deutsche Kraftwerke: Schwarze Pumpe in Brandenburg (Rang 14/Braunkohle) und Lippendorf in Sachsen (Rang 16/Braunkohle) sowie die Steinkohlekraftwerke Scholven bei Gelsenkirchen (Rang 20) und Mannheim (Rang 28). Der Analyse zufolge gingen im vergangenen Jahr 393 Millionen Tonnen Kohlendioxid auf das Konto der „Dreckigen Dreißig“, das entspreche zehn Prozent der gesamten CO2-Emissionen in der EU.

„Die neuen Daten unterstreichen, dass EU-Umweltkommissar Stavros Dimas mit seiner Kritik an Deutschlands Energiepolitik absolut richtig liegt“, sagte Regine Günther, Leiterin des Bereichs Klimapolitik beim WWF Deutschland. Dimas hatte Deutschland vor dem Bau neuer Kohlekraftwerke gewarnt. Der WWF forderte die Bundesregierung auf, vor diesem Hintergrund endlich die Privilegien und Subventionen für die klimaschädliche Kohle zu streichen. Zudem müssten CO2-Verschmutzungsrechte versteigert statt kostenlos an die Unternehmen ausgegeben werden.

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