"Zählt nur, was hinten rauskommt"
Scharf, schärfer, digital

Der aktuelle Jahrgang der Digitalkameras ist der richtige Zeitpunkt für Amateurfotografen, um in diese Technik einzusteigen. Denn Ausstattung, Preis und Qualität haben sich freundlich entwickelt.

Es gibt heute eigentlich nur noch einen echten Grund, auf eine Digitalkamera zu verzichten: Sie sind rundum zufrieden mit Ihrem alten Kamerasystem, in das Sie über Jahre hinweg sehr viel Geld investiert haben und das Sie selbst im Tiefschlaf noch in- und auswendig beherrschen. Dann bleiben Sie ruhig einfach dabei. Denn letztlich zählt ja nur, was hinten dabei herauskommt, wie wir ja alle wissen. Und das sind diesmal tolle Fotos.

Wenn aber die Unzufriedenheit oder einfach der Reiz des Neuen Oberhand gewinnt, ist der aktuelle Jahrgang der Digitalkameras der richtige Zeitpunkt, um einzusteigen. Die Marktforscher von GfK in Nürnberg gehen von über 4,5 Mill. verkauften Digitalkameras in diesem Jahr aus, letztes Jahr waren es gerade mal 2,4 Millionen. Doch die Auswahl der richtigen Kamera ist nicht leicht. Das Weekend Journal liefert die Entscheidungshilfe.

Selbst im Amateurbereich sind, wie etwa bei der Sony DSC-F828, heute Auflösungen von 8 Megapixeln zu finden. Das reicht, um seine Fotos auf Postergröße aufzublasen, wenn es denn sein muss. Oberhalb von 2 Megapixeln sollte die Auflösung für den Hobbyfotografen nur noch eines von mehreren Auswahlkriterien sein. Ein digital „hochfrisierter“ Aufnahmechip mit lausiger Optik und langsamem Bildprozessor liefert schlechtere Ergebnisse als ein optimal ausgestattetes Modell aus der Klasse darunter. Ein Beispiel: Die Profikamera Nikon D2H für Pressefotografen (4 000 Euro ohne Objektiv) kommt mit bescheidenen 4,1 Megapixeln aus.

Fast alle großen Hersteller haben dieses Jahr neue Generationen von Bildprozessoren eingeführt. Sie übernehmen das Bild vom Sensor und bearbeiten etwa die Farbwiedergabe und die Schärfe. Hier hat die Technik deutliche Fortschritte gemacht und werden die Ergebnisse stärker beeinflusst als mit noch mehr Pixeln. Das sollte man bedenken, wenn man sich ein preisreduziertes Modell aus der Vorjahresserie anschaut, wie sie zu Weihnachten die Regale füllen werden.

Auf ein optisches Zoomobjektiv muss oberhalb der preisgünstigsten Einsteigerklasse keiner mehr verzichten. Panasonics Lumix FZ2 bietet 12fach Zoom bis 420 mm und liefert direkt auch einen optischen Bildstabilisator mit. Minoltas Dimage A1 (Brennweite 28 bis 200) arbeitet mit einem digitalen Verwackelungsschutz. Praktisch bei langen Brennweiten und fehlendem Stativ. Digitale Zooms sollten nur am Rande interessieren. Ihre Vergrößerungstechniken gehen immer mit Qualitätsverlust einher.

Die aufgedruckten Angaben zu den Brennweiten auf Digitalkameras (bei der Dimage etwa 7,2 - 50,8 mm) wirken auf den ersten Blick verwirrend. Das liegt daran, dass sich die gewohnten Angaben auf das 35-mm- Kleinbildformat beziehen. Ein typischer CCD-Chip ist aber nur noch 2/3-Zoll groß. Umgerechnet reicht dann eine 50,8 mm Brennweite, wo früher 200 mm hermussten. Fragen Sie vor dem Kauf den Händler nach dem Vergleichswert.

Während die typische Digitalkamera eine Sucherkamera ist, ziehen dieses Jahr mit der Canon 300D bezahlbare Spiegelreflexkameras in den Amateurbereich ein. Die 300D bietet nur ein 29-bis-88-mm-Zoom (Kleinbild), dafür ist es aber auswechselbar. Die Bildfokussierung durch das Objektiv ist dem Blick auf den Sucher immer vorzuziehen.

Die Ausstattung verdient das größte Augenmerk. Gibt es Blitzanschlüsse? Sind die wichtigsten Funktionen über Einstellrädchen oder -Knöpfe direkt erreichbar (Canon Powershot G5), oder muss man sich durch verwirrende Menüs auf kleinen Bildschirmen durchhangeln? Ist das LCD-Display schwenkbar (Olympus Camedia C-5050), um auch aus ungewöhnlichen Perspektiven bequem Fotos schießen zu können? Lassen sich Filmempfindlichkeit (ISO), Schärfe und Belichtung einfach oder vielleicht gar nicht beeinflussen? Hier hilft nur, eine persönliche Hitliste der gewünschten Funktionen zu erstellen und konsequent abzufragen.

Ein leidiges Problem ist immer noch die Auslöseverzögerung. Vom Druck auf den Auslöser bis zur Bilderfassung können schon mal 1 bis 2 Sekunden vergehen. Das liegt weniger am Chip als vielmehr daran, dass Autofokus und Blitzeinmessung viel Zeit benötigen. Auch die Werte der Hersteller bieten nur ungefähre Anhaltspunkte. Je nach Lichtverhältnissen gibt es dramatische Unterschiede.

Ein beliebter und unkomplizierter Spontantest: Visieren Sie eine grüne Ampel an (normales Tageslicht, kein Blitz), und drücken Sie den Auslöser, wenn sie auf Gelb springt. Zeigt das Bild dann eine rote Ampel, ist es nicht so weit her mit der Auslöseverzögerung.

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