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Zahl der Allergiker in Deutschland steigt

In Deutschland leiden immer mehr Menschen unter Allergien. „Die steigende Tendenz ist ungebrochen“, sagte Jens Birke, Arzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, in einem dpa-Gespräch. Inzwischen reagiere etwa jeder Fünfte auf Pollen, Nahrungsbestandteile oder Stoffe in seiner Umgebung allergisch.

dpa SCHWERIN. In Deutschland leiden immer mehr Menschen unter Allergien. „Die steigende Tendenz ist ungebrochen“, sagte Jens Birke, Arzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, in einem dpa-Gespräch. Inzwischen reagiere etwa jeder Fünfte auf Pollen, Nahrungsbestandteile oder Stoffe in seiner Umgebung allergisch.

Der Anteil der Allergiker in der Bevölkerung in Ost und West unterscheide sich nicht mehr. Birke verwies auf schwerwiegende Allergie-Folgen wie Asthma.

Kurz nach der Wende habe es im Westen mit einem Anteil von fünf bis acht Prozent noch doppelt so viele Allergiker wie im Osten gegeben. „Das hat sich mittlerweile angeglichen, wir rechnen seit dem Jahr 2000 gesamtdeutsch mit 20 Prozent Allergikern“, sagte Birke. Auslöser für die Beschwerden sei meist Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide oder Kräutern.

Allergien sind auch eine Zivilisationskrankheit. „Das hängt mit unserem westlichen Lebensstil zusammen.“ Farb- und Konservierungsstoffe in Lebensmitteln spielten eine Rolle, sagte Birke. „Auch Dieselabgase aus dem Straßenverkehr, Abgase aus der Industrie und Ozon sind beteiligt. Stress kann sich auswirken und den Ausbruch einer Allergie unterstützen.“ Ebenso wirken sich genetische Faktoren aus. „Grundsätzlich kann jeder betroffen sein. Aber wenn die Eltern vorbelastet sind, steigt das Risiko bei den Kindern deutlich an.“

Ärzte raten häufig zur Hyposensibilisierung. Dabei wird dem Patienten ein Pollenallergen in steigender Dosis gespritzt, um den Körper an die Substanz zu gewöhnen. Die Erfolgsquote kann 60 bis 70 Prozent erreichen. Außerdem gibt es eine Kurzzeittherapie, dann bekommen die Patienten vier bis sieben Spritzen vor der Pollensaison.

Die Pollensaison beginnt im Januar und Februar mit der Blüte von Erle und Hasel. Im April steht die Birkenblüte an. Von Mai bis Juli leiden Allergiker vor allem unter Roggen und Gräsern.

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