Zahl der Organspender in 2004 leicht gesunken

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Zahl der Organspender in 2004 leicht gesunken

Die Zahl der Organspender ist im vergangenen Jahr in Deutschland leicht gesunken. 2004 spendeten 1 081 Menschen nach dem Tod Organe, 59 weniger als 2003 (1 140 Organspender). Das entspricht einem Rückgang um fünf Prozent.

dpa NEU-ISENBURG. Die Zahl der Organspender ist im vergangenen Jahr in Deutschland leicht gesunken. 2004 spendeten 1 081 Menschen nach dem Tod Organe, 59 weniger als 2003 (1 140 Organspender). Das entspricht einem Rückgang um fünf Prozent.

Dies teilte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) am Donnerstag im hessischen Neu-Isenburg mit. Verglichen mit dem Durchschnitt der drei Vorjahre 2001 bis 2003 sei die Zahl der Organspender in Deutschland allerdings stabil geblieben, angesichts der langen Wartelisten jedoch bei weitem nicht zufrieden stellend.

Vor dem Hintergrund der ersten Tollwut-Übertragung durch eine Organspende in Deutschland appellierte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) eindringlich an die Bevölkerung, weiter Organe zu spenden. „Auch in der jetzigen Situation dürfen wir nicht vergessen, dass Organspende Schwerkranken eine neue Lebens-Chance geben kann und ihnen und ihren Familien mehr Lebensqualität verschafft“, sagte Schmidt dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstag). Rund 12 000 Patienten warteten in Deutschland auf ein neues Organ. Die Gefahr von Tollwutinfektionen sei „äußerst gering“.

Die DSO zählte im vergangenen Jahr 13 Organspender unter einer Million Einwohner, im Jahr 2003 waren das Verhältnis 14 zu einer Million. Während die Zahl der insgesamt gespendete Organe 2004 auf 3 508 von 3 496 im Vorjahr stieg, ging die Zahl der Transplantationen ebenfalls leicht zurück. 3 627 Organe verpflanzten Ärzte in 2004, 61 weniger als im Jahr davor. Grund ist laut DSO, dass im vergangenen Jahr weniger Organe aus Transplantationspartnerländern nach Deutschland vermittelt wurden.

Wie sich der aktuelle Tollwutfall auf die Spendebereitschaft in diesem Jahr auswirkt, kann die DSO nicht sagen. „Es kann zu einem Rückgang oder zu einer Steigerung führen, wir wissen es nicht“, sagte eine Sprecherin.

Die DSO koordiniert seit dem Jahr 2000 die Organspende in Deutschland. Die Organisation stimmt die Zusammenarbeit zwischen den 1 400 Krankenhäusern mit Intensivstationen und 50 Transplantationszentren bundesweit ab.

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