Zukunft der Energiegewinnung auch Einstein zu verdanken Frankreich gewinnt das Rennen um Fusionsreaktor

Im Rennen um den internationalen Kernfusionsreaktor Iter hat Japan den Kürzeren gezogen. Das zu den teuersten und größten Forschungsvorhaben der Welt zählende Projekt zur Zukunft der Energiegewinnung wird in Südfrankreich realisiert.
Grafik des Fusionsreaktors. Foto: Iter

Grafik des Fusionsreaktors. Foto: Iter

HB MOSKAU/PARIS. Vertreter der an dem Forschungsprojekt beteiligten Länder unterzeichneten am Dienstag in Moskau eine Vereinbarung für das rund 10 Mrd. € teure Vorhaben im südfranzösischen Cadarache, wie eine Sprecherin der Europäischen Union (EU) mitteilte. Die Entscheidung beendete einen monatelangen Streit mit Japan, das sich ebenfalls um den Standort des Forschungsreaktors bemüht hatte.

Der Internationale Thermonukleare Experimentalreaktor (Iter) ist ein Projekt zur Energiegewinnung durch die Verschmelzung von Atomkernen. In dem Reaktor soll die Energieproduktion der Sonne simuliert werden. Bei der Kernfusion soll Meerwasser benutzt werden. Die Forscher versuchen so, eine unerschöpfliche Quelle kostengünstiger und umweltfreundlicher Energie zu entwickeln. Den theoretischen grundstein für die Kenfusion legte Einsteins Relativitätstheorie.

„Wir schreiben heute Geschichte, was die internationale Forschungskooperation betrifft“, sagte der EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung, Janez Potocnik. Nun müssten die Details der Vereinbarung geklärt werden, damit der Bau so schnell wie möglich beginnen könne. Die EU hatte sich Anfang des Monats optimistisch gezeigt, dass noch in diesem Jahr mit dem Bau von Iter begonnen werden kann. Der geplante Versuchsreaktor soll früheren Angaben zufolge 2015 in Betrieb gehen.

Die Kosten für den Bau des Forschungsreaktors belaufen sich auf 4,57 Mrd. €. Für die Finanzierung des auf 20 Jahre geschätzten Betrieb wird ein ähnlicher Betrag nötig sein, wie die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mitteilte. Forschungskommissar Janez Potocnik nannte die Einigung in Moskau historisch. „Iter bedeutet für die internationale Forschungszusammenarbeit einen gewaltigen Schritt nach vorn“, sagte er. Das Wort Iter steht für International Thermonuclear Experimental Reactor (Internationaler Thermonuklearer Experimenteller Reaktor) und bedeutet auf Lateinisch „Der Weg“.

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