Zukunft der Raumfahrt
Kartoffeln wachsen unter Mars-Bedingungen

Wovon sollen sich künftige Weltraumreisende bei längeren Mars-Besuchen ernähren? Eine mögliche Antwort auf diese Frage liefert ein Versuch von Forschern aus dem Mutterland der Kartoffel.
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BerlinGute Nachrichten für künftige Mars-Kolonisten: Sie müssen in der neuen Heimat nicht auf Pommes frites als Beilage verzichten. Denn die Kartoffel sollte auch auf dem Nachbarplaneten wachsen. Forscher aus Peru, dem Mutterland der Erdäpfel, haben die nahrhaften Knollen jetzt erstmals unter Bedingungen wachsen lassen, die denen auf dem Roten Planeten ähneln.

Die Wissenschaftler vom International Potato Center (CIP) in der peruanischen Hauptstadt Lima wollten herausfinden, ob Kartoffelpflanzen mit den Bedingungen – Klima, Böden, Atmosphäre – auf dem Nachbarplaneten zurechtkommen. Also bauten sie sich einen kleinen Mars, auf dem sie das Nachtschattengewächs pflanzten.

Der Mini-Mars befindet sich in einem hermetisch abgeschlossenen Cubesat. Darin erzeugten die Forscher Bedingungen, wie sie auf dem Mars herrschen: Tag- und Nachttemperaturen, Druck, Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre. Künstliche Bewässerung sorgte dafür, dass die gepflanzte Kartoffelknolle nicht vertrocknete. Eine Kamera beobachtet die Szenerie.

Der Boden, in den Forscher die Kartoffel setzten, stammt aus der peruanischen Wüste La Joya und ist ähnlich trocken und salzig wie der Boden auf dem Mars. „Es war eine schöne Überraschung zu sehen, dass die Kartoffeln in diesem Boden Knollen ausbildeten“, sagt Projektleiter Walter Amoroso.

Damit die Kartoffel darin wachsen konnte, bedurfte es allerdings etwas irdischer Nachhilfe: Die Forscher mussten Mutterboden und Dünger zugeben. Der marsartige Boden hatte nicht die Konsistenz, die die Kartoffel für das Wachstum braucht, und nicht genug Nährstoffe.

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Kartoffeln wachsen unter Mars-Bedingungen

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Minimalbedingungen zum Überleben

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