Zukunft der Roboteranwendung ist dreidimensional
Sensoren bringen Robotern das Sehen und Fühlen bei

Der Trend bei Industrierobotern ist eindeutig: Teile müssen nicht mehr genau zugeführt werden. Intelligente Zuführung ist angesagt. Die meisten Roboter wandern in die Autoindustrie, die auch die Absatzkurven der Roboter-Hersteller prägt.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Roboter spielen nicht nur Fußball, sondern zielen inzwischen auch auf Basketballkörbe. Bei ABB nimmt ein mit einem Sensor ausgestatteter Industrieroboter einen kleinen Ball aus einem Korb, dreht seinen Greifer mehrmals in alle Richtungen, nimmt Maß und wirft den Ball dann in den knapp zwei Meter entfernten Basketballring. Rollt der Ball zurück, findet ihn der Roboter per Sensor und startet einen weiteren Wurf.

Für Sönke Kock, Gruppenleiter Mechatronics im Forschungszentrum der ABB AG in Ladenburg, ist das mehr als Spielerei. Er sieht darin den neuen Trend bei Industrierobotern. „Teile müssen nicht mehr genau zugeführt werden. Die intelligente Zuführung ist der Trend.“ Der direkt am Greifer angebrachte Sensor erkennt die Lage der Teile und übermittelt die Position an den Rechner, der den Roboter steuert.

Eine erste Anwendung demonstriert ABB beim Schweißen. Der Sensor teilt dem Rechner die Lage und Breite der Schweißfuge mit, der Rechner korrigiert daraufhin Lage und Geschwindigkeit des Schweißvorgangs. „Auf diese Weise entsteht eine perfekte Schweißnaht“, sagt Kock. „Der Aufwand für manuelle Inspektion und Nacharbeit entfällt zum großen Teil.“ Die Sensorsteuerung erschließt neue Anwendungen. Neben der Autoindustrie sieht der ABB-Forscher vor allem den Schiff- und Waggonbau, wo das sensorgesteuerte Laserschweißen nun auch das Lichtbogenschweißen ersetzen könnte.

„Die Zukunft der Roboteranwendung ist dreidimensional“, sagt Ralf Koeppe, Entwicklungsleiter bei Kuka Roboter GmbH in Augsburg. Der Roboterhersteller hat einen Automaten mit Tastsinn entwickelt, der Bleche biegen kann und bei Montagen die Kraft nach Bedarf dosiert. Möglich wird dieser Trend durch billigere Elektronik und die höhere Zuverlässigkeit von Sensorik und Bildverarbeitung. Der höhere Software-Aufwand wird durch Ersparnisse bei der Nacharbeit oder flexiblere Teilezuführung wettgemacht.

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