Zukunft des Kinos
Harry zaubert in 3-D

Eine Spezialversion des Harry-Potter-Films im Berliner Imax-Kino gewährt einen Blick in die Zukunft des Kinos: 3-D Filmgenuss, besser denn je dank digitaler Nachbearbeitung. Da kann der LCD-Fernseher zuhause nicht mehr mithalten. Doch Kinobetreiber zögern noch mit dem Umrüsten.

DÜSSELDORF. Schnell! Die entscheidende Schlacht zwischen Dumbledore und Lord Voldemort steht bevor. Harry, Ron und Hermine jagen auf ihren Besen im Tiefflug über die Themse, schießen halsbrecherisch unter den Brücken Londons hindurch – und im Imax-Kino am Potsdamer Platz ziehen 500 Besucher verschreckt die Köpfe ein. Denn in der 3-D-Version von „Harry Potter und der Orden des Phoenix“ geht die wilde Hatz direkt durch den Zuschauerraum.

Die Resonanz ist „sensationell“, freut sich Daniel Sibbers von Betreiber Greater Union in Berlin. Weltweit war der Warner Brothers Film die bislang beste Eröffnung in einem Imax-Kino überhaupt. Und von den gesamten Kinoeinnahmen des Startwochenendes in den USA von 140 Mill. Dollar entfielen fünf Prozent alleine auf die 3-D-Version und in Berlin sind seit dem zehnten Juni die Vorstellungen in dem Kino mit der 400 qm großen Riesenleinwand ausverkauft.

Und das, obwohl die Fans lange auf den ultimativen Nervenkitzel warten müssen. Lediglich die letzten 22 Minuten wurden mit hohem technischen Aufwand nachträglich in das 3-D-Format umgewandelt.

In Handarbeit wird bei der kanadischen Imax an leistungsstarken Servern jedes digitale Filmbild einzeln analysiert und für die Umrechnung vorbereitet. Die Spezialisten definieren digitale Schlüsselpunkte, die für den Tiefeneindruck der einzelnen Objekte verantwortlich sind.

Danach werden die digitalen Rohdaten im Imax-eigenen „live action 2D to 3D conversion process“ zu jetzt zwei Filmbildern neu gerechnet – eines für das linke und eines für das rechte Auge – und wieder auf klassisches Filmmaterial kopiert. Beide Rollen laufen später parallel durch den Spezialprojektor. Für 20 Minuten Potter bedeutet das Ganze einen nicht genauer spezifizierten Aufwand in Millionen-Dollar-Höhe.

Heraus kommt ein absolut beeindruckendes Bild – wenn man eine entsprechende Brille trägt, die zusammen mit den parallel projizierten Bildern, unserem Gehirn erst vorgaukelt, eine echte dreidimensionale Szene zu erleben.

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