Zukunftspreis 2005
Forscher im Rampenlicht

Heute Abend verleiht Bundespräsident Horst Köhler den Deutschen Zukunftspreis. Nominiert sind vier Wissenschaftlerteams, die wegweisende Technologien entwickelt haben. Der Sieger erhält 250 000 Euro.

fk/hsn/fh DÜSSELDORF. Für die Auszeichnung wurden vier Projekte nominiert: Eine „akustische Kamera“, die Lärmquellen sichtbar macht, eine neue Einspritztechnik für sparsame Motoren, ein umweltfreundliches Pilzmittel nach dem Vorbild der Natur sowie ein Röntgenstrahler für Bilder vom bewegten Herzen. Der 1997 ins Leben gerufene Preis würdigt jedes Jahr eine Spitzenleistung aus Technik, Ingenieur- und Naturwissenschaften. Den Preisträger bestimmt eine Jury aus Wissenschaft und Wirtschaft. Im Mittelpunkt steht nicht nur die herausragende Innovation, sondern auch ihre Anwendungs- und Marktfähigkeit sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen. Im vergangenen Jahr war ein fingernagelgroßes Chemielabor für die Schnell-Analyse von Blutproben oder Lebensmitteln ausgezeichnet worden. Hier die Nominierungen im Detail:

Natur als Vorbild - BASF-Mittel schützt Nutzpflanzen vor Pilzen

Chemiker Hubert Sauter hat mit seiner Forschungsgruppe bei BASF einen Wirkstoff entwickelt, der Nutzpflanzen von Pilzbefall befreit. Für das Pflanzenschutzmittel F 500 haben sie die Natur zum Vorbild genommen und die Abwehrstoffe eines kleinen Waldpilzes gegen seine Konkurrenten als Basis des neuen Wirkstoffes genutzt.

F 500 wird vor allem in der Landwirtschaft angewendet, etwa gegen den so genannten Rost bei Sojabohnen. Diese Pilzerkrankung wurde in Lateinamerika zu einer Plage und führte zu großen Ernteverlusten. Wenn die Sojapflanze von dem Pilz befallen ist, reagiert sie mit einer erhöhten Ethylenproduktion und wirft ihre Blätter ab. Weitere Anwendungsgebiete sind die Spelzenbräune von Getreide oder der Mehltau in Weinreben.

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