Forschung + Innovation
Zukunftspreis für sparsamere Motoren

Für die Entwicklung sparsamer Automotoren haben drei Forscher der Unternehmen Bosch und Siemens den Deutschen Zukunftspreis erhalten. Sie hatten die so genannte Piezo- Einspritztechnik für Diesel- und Benzinmotoren erfunden.

dpa BERLIN. Für die Entwicklung sparsamer Automotoren haben drei Forscher der Unternehmen Bosch und Siemens den Deutschen Zukunftspreis erhalten. Sie hatten die so genannte Piezo- Einspritztechnik für Diesel- und Benzinmotoren erfunden.

Die Ingenieure der Konkurrenten Robert Bosch in Stuttgart und Siemens VDO Automotive AG in Regensburg bekamen die Auszeichnung am Freitag in Berlin aus den Händen von Bundespräsident Horst Köhler. Damit verbunden ist ein Preisgeld von insgesamt 250 000 Euro. Erstmals wurden damit Forscher aus zwei Unternehmen ausgezeichnet, die in hartem Wettbewerb zueinander stehen.

Mit der Technik sparen Autos nach Angaben der Forscher zwei bis drei Prozent Kraftstoff und stoßen um 20 Prozent weniger Abgase aus. Seit 2000 seien damit Diesel-Fahrzeuge auf den Straßen. „Für den Benziner kommt die Technik im nächsten Jahr“, kündigte Siemens-Ingenieur Klaus Egger an. Er teilt sich den Preis mit seinem Kollegen Prof. Hans Meixner und dem Bosch-Forscher Friedrich Boecking.

Bundespräsident Köhler mahnte ein innovationsfreudigeres Klima an und forderte von den Deutschen mehr Mut zum Risiko: „Wenn wir mal einen Rückschlag erleiden, dass wird nicht in die Knie gehen, sondern dass wir wieder aufstehen.“ Die Wirtschaft müsse marktreife Ideen schneller umsetzen. Unter den Zuhörern waren Jürgen Thumann, der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Michael Sommer, Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, und die designierte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU).

Die Moderatorin Maybrit Illner wollte die drei Forscher für die Aufzeichnung einer ZDF-Fernsehsendung (Freitag, 22.20 Uhr) ein wenig aufstacheln: „Heute bitte ich Sie um emotionale Eruptionen.“ Doch auch im Scheinwerferlicht blieben die drei Ingenieure nüchtern wie im Labor. „Es werden garantiert noch weitere Innovationen folgen, die das, was wir angefangen haben, weitertragen“, sagte Boecking bescheiden. „Ja, sicher freuen wir uns“, fügte Egger hinzu.

Beide Unternehmen haben in die Entwicklung und Produktion der Piezo-Technik seit Mitte der 90er Jahre insgesamt mehr als fünf Mrd. Euro investiert. 2004 produzierten Bosch und Siemens mehr als drei Mill. Piezo-Injektoren. Für das Jahr 2006 ist bereits eine Produktion von 16 Mill. Einheiten angepeilt. Bei Bosch und Siemens sind weltweit 9 400 Menschen mit der Herstellung von Piezo- Einspritzpumpen beschäftigt, davon 6 000 in Deutschland.

Die drei Forscher setzten sich in der Schlussrunde des Wettbewerbs gegen drei Teams durch, deren Projekte kaum minder ambitioniert sind: Wenn der Automotor klappert, knarzt oder pfeift, findet die akustische Kamera zweier Berliner Forscher die Quelle des Lärms unter der Motorhaube. Präzise Einblicke ins Innere des Menschen liefert dagegen ein Hochleistungs-Röntgenstrahler, mit dem zwei Erlanger Wissenschaftler antraten. Ein Chemiker aus Ludwigshafen widmete sich den Pflanzen. Er entwickelte ein Mittel, dass nicht nur Pilzbefall an Getreideähren und Weinreben bekämpft. Es kräftigt zugleich die Pflanze.

Eine Jury aus Wissenschaft und Wirtschaft hatte am Vormittag die Preisträger ausgewählt. Ihre Erfindung steht nun in einer Reihe mit früheren Preisträgern wie dem Dateienformat MP3 zur Musikübertragung und den Fernseh-Flachbildschirmen. Im vergangenen Jahr ging der Preis an ein Forscherteam, das ein fingernagelgroßes Chemielabor entwickelte hatte, mit dem Blutproben oder Lebensmittel schnell untersucht werden können.

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