Zweibrüder
Millionäre dank Taschenlampen

Zwei Brüder haben die Taschenlampe revolutioniert. Die Bank hielt ihr LED-Modell für unverkäuflich – doch es machte die Zwillingsbrüder binnen Wochen zu Millionären.

Eine Totenkopf-Flagge weht auf dem Dach der Unternehmenszentrale von Zweibrüder Optoelectronics in Solingen. Das riecht nach wildem Kindheitstraum – und tatsächlich: Harald und Rainer Opolka haben Feindesland betreten und ein Unternehmen gegründet. Ein Abenteuer mit umwerfendem Erfolg: Heute sind sie die Weltmarktführer für LED-Taschenlampen.

Die 53-jährigen Brüder mit den markanten Kahlköpfen sehen zwar kaum aus wie Piraten, aber viel weniger noch wie Chefs von 1100 Mitarbeitern: Sie tragen Jeans, mal ein lockeres Hemd oder ein T-Shirt mit Trainingsjacke. Schon auf der Firmenhomepage machen sie unmissverständlich klar: „Wir entsprechen nicht dem Bild des Kapitalisten und klassischen Unternehmers.“ Als wollte er die Andersartigkeit betonen, greift Harald Opolka in seinem Büro, in dessen Mitte ein Billardtisch steht, zur Flöte und spielt drauflos. Als Musiker, Philosophen und Dichter – so fühlen sich die Opolkas wohl. „An die Börse gehen heißt, sich dem Teufel zu verschreiben“, resümiert Harald Opolka.

Ungewöhnlich wirkt auch der Hintergrund der eineiigen Zwillinge: Beide haben Psychologie studiert, und Harald Opolka erzählt, dass er auf keinen Fall Elektroingenieur werden wollte. Dennoch sagt der Geisteswissenschaftler: „Wir sind die Speerspitze der Technologie.“ Wie das zusammenpasst? „Mit genügend Selbstbewusstsein lassen sich scheinbare Widersprüche überwinden.“ So wollen die Anti-Kapitalisten trotz Wirtschaftskrise den Umsatz dieses Jahr um mindestens zehn Prozent auf mehr als 50 Millionen Euro steigern, den Gewinn gar um 15 Prozent.

Begonnen haben die in Bottrop aufgewachsenen Söhne eines Bergmanns mit einem Großhandel für Messer und Scheren. Als die Brüder nach Solingen zogen, zudem ihrem Stahlhandelskontor den Namenszusatz Zweibrüder verpassten, mussten sie etliche Abenteuer bestehen. So war die Traditionsfirma Zwilling zunächst nicht erfreut über die Zweibrüder in der Nachbarschaft – zumindest nicht über die messerscharfe Namensgebung. Vor Gericht behielten die Opolkas Recht – ein Erschleichen von Aufmerksamkeit oder gar eine Verwechslungsgefahr der Marken schlossen die Richter aus.

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