Zwergplanet Eris
Ein Planet wird geschrumpft

Der Zwergplanet Eris galt nach seiner Entdeckung vor fünf Jahren zeitweise als zehnter Planet unseres Sonnensystems. Doch die damaligen Schätzungen zur Größe des Objekts jenseits der Pluto-Bahn haben sich jetzt als falsch erwiesen.
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HEIDELBERG. Der Miniplanet Eris zieht seine Runden im Kuipergürtel, dem eisigen Geröllfeld an der äußeren Grenze des Sonnensystems, und zehrt dort noch von vergangenem Ruhm: Nach seiner Entdeckung im Jahr 2005 galt er zeitweise als zehnter Planet des Sonnensystems, weil er größer als der etwas sonnennähere Pluto zu sein schien.

Beide sind mittlerweile offiziell nur noch "Zwergplaneten", werden deshalb aber nicht unspannend: Zahlreiche Teleskopen haben sich gerade erst auf Eris gerichtet, um eine seltene Sternbedeckung zu verfolgen. Der ferne Brocken zog dabei vor einem Stern in der Konstellation Walfisch vorbei, und aus der Dauer des Ereignisses kann nun seine Größe exakter bestimmt werden.

Vorläufige Resultate von drei erfolgreichen Beobachtergruppen in Südamerika und Spanien verblüffen: Offenbar ist der Zwergplanet doch eindeutig kleiner als Pluto – und daher auch viel dichter, weil er ähnlich massereich ist.

Die Daten müssen noch bestätigt werden, am besten durch weitere Beobachtungen von Sternbedeckungen, schreibt unter anderem Mike Brown vom California Institute of Technology. Er hatte Eris mit seinem Team 2005 als neuen Planeten beschrieben. Später bestimmte das Team dann anhand der Umlaufdauer des Eris-Monds Dysnomia, das der Zwergplanet 27 Prozent mehr Masse als Pluto aufweist.

Deswegen "hätte ich gewettet, dass Eris größer ist als Pluto", so Brown auf seiner Webseite - "und vielleicht eine Menge Geld verloren". Die überraschend geringe Größe des Zwergplaneten bedeute, dass der massereiche Eris sehr dicht sein muss. Womöglich finde sich unter der von der Erde aus nachweisbaren Eisschicht reiner Fels, spekuliert Brown.

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