25 Jahre Telefonspinne „Könnte derjenige, der im Zug sitzt, das Mikro ausmachen?“

25 Jahre alt und kein bisschen leise: Die Telefonspinne ist aus Konferenzen weltweit nicht mehr wegzudenken. Sie verbindet – und lässt Raum für Fantasie. Ein Telefonat mit dem Erfinder.
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„Bitte geben Sie ihren Konferenzcode ein und bestätigten ihn mit der Raute-Taste“: Dieser Apparat ist von Firmen-Konferenztischen rund um den Globus nicht mehr wegzudenken. Quelle: PR
Telefonspinne Soundstation2 von Polycom

„Bitte geben Sie ihren Konferenzcode ein und bestätigten ihn mit der Raute-Taste“: Dieser Apparat ist von Firmen-Konferenztischen rund um den Globus nicht mehr wegzudenken.

(Foto: PR)

DüsseldorfDas Gespräch beginnt, wie so oft, in einem dunklen Raum. Pechschwarz um genau zu sein. Es sind Stimmen zu hören, doch zu wem sie gehören, ist völlig unklar. Auch wie viele es sind. Nun gut, das lässt sich klären: „Hallo, hier ist Ina Karabasz vom Handelsblatt.“ Aufhorchen im Dunklen. „Ach, hallo Frau Karabasz, schön dass Sie da sind. Darf ich Ihnen vorstellen, wer alles im Call ist?“ Dann zählt der Herr von der PR-Agentur fünf Namen auf. Sie grüßen kurz, doch durch den Telefonhörer bleiben sie weiterhin unerkannt. Wie ein Date im Dunkelrestaurant. Aber immerhin ist der darunter, dem die Verabredung gilt: Jeff Rodman.

Er ist derjenige, der Treffen wie dieses in der ganzen Welt normal gemacht hat. Rodman ist einer der Erfinder der Telefonspinne. Jener dreieckige, schwarze Telefonapparat, der von den Konferenztischen von Unternehmen rund um den Globus nicht mehr wegzudenken ist. „Bitte geben Sie Ihren Konferenzcode ein und bestätigen ihn mit der Raute-Taste.“ Dieser Apparat.

Zwölf Benimmregeln für das Smartphone
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Eine reale Person hat immer Vorrang

Die Regel ist ebenso banal, wie sie im Surf-Eifer schnell in Vergessenheit gerät. In dem Moment, in dem zwei oder mehrere Menschen beisammen sitzen, gehört das Smartphone ausgeschaltet. Der Einzelne sollte realen Personen mehr Aufmerksamkeit schenken als dem Gadget in der eigenen Hand.

Telefonieren
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Klingeltöne machen Leute

Der richtige, DEZENTE Klingelton ist ebenso wichtig wie die passende Email-Adresse. Bitte max.mustermann@gmx.de statt Schnurzelpurzel78@t-online.de. Und keine nervigen Technobeats oder "Du bist mein Schnuffel"-Songs als Klingelton.

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Mit dem Smartphone im Restaurant

Egal ob bei einem privaten Abendessen oder einem Businesslunch, manchmal möchte man das Smartphone einfach in Reichweite haben. Stellen Sie es in diesem Fällen aber auf Vibrationsalarm um und legen Sie den Display nach unten auf den Tisch. Bei einem eingehenden Anruf gehört es sich laut Knigge den Raum zu verlassen. Allerdings sollte das Telefonat dann nicht länger als ein Toilettengang dauern, um die andere Person nicht unnötig lange warten zu lassen.

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Das Smartphone im Schlafzimmer

Eigentlich spricht nichts dagegen, das Smartphone auch im Schlafzimmer liegen zu haben. Wer sich den Raum jedoch mit seinem Partner teilt, sollte das Telefon nachts auf den Flugmodus umschalten, um nicht durch das Empfangen von Nachrichten zu stören. Auch sollte die nächtliche Daddelei am Smartphone unterlassen werden. Schließlich ist die Displaybeleuchtung sehr hell und kann einen durchaus aus dem Schlaf reißen.

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Das Smartphone sollte zu Hause bleiben, …

… wenn man die Kirche, ein Theater, einen Konzertsaal, ein Kino oder eine Beerdigung besucht. Bei derartigen Veranstaltungen stören Klingelgeräusche, der Vibrationsalarm oder auch das grelle Licht des Displays andere, die eine Veranstaltung ungestört besuchen wollen.

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Smartphones und Handys haben an Tankstellen nichts zu suchen

Während die erste Regel noch nachvollziehbar ist, scheint diese Forderung auf den ersten Blick absurd. Tatsächlich wird sie nicht mit Pietät begründet, sondern ist schlicht und ergreifend eine Frage der Sicherheit. Herausfallende Akkus könnten beim Springen auf den Boden Funken verursachen und so theoretisch Benzindämpfe entzünden – begründet der TÜV Nord.

ZUGABTEIL
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Beim Telefonieren Abstand halten

Haben Sie schon mal in der Bahn neben einem Dauertelefonierer gesessen? Es gibt kaum etwas Anstrengenderes als sich die lautstarken Gespräche anderer anhören zu müssen. Denken Sie selbst daran, wenn sie das Telefon zur Hand nehmen. Knigge empfiehlt bei Telefonaten einen Mindestabstand von drei Metern zu anderen Personen.

25 Jahre ist es nun her, das Rodman und sein Co-Gründer Brian Hinman mit ihrer Firma Polycom mit der Telefonspinne die Welt auf ihre Weise ein bisschen verändert haben. Wahrscheinlich hat Rodman dabei geholfen, Milliarden Euro Reisekosten einzusparen. Vielleicht zumindest. Am Montag hat das Unternehmen Jubiläum gefeiert.

Eigentlich hatte er, wie viele andere in der Zeit, an Videokonferenzsystemen gearbeitet. Doch währenddessen sei ihm aufgefallen, dass viele Unternehmen sich zu sehr auf den Video- und nicht den Audioaspekt konzentriert hätten, erzählt Rodman. „Dabei war die Klangqualität nicht gut. 1991 waren Freisprechereinrichtungen ziemlich primitiv. Die Leute sind sich ständig ins Wort gefallen.”

Also hat er sich auf das konzentriert, was die Kunden aus seiner Sicht haben wollten: „Eine einfache und verlässliche Möglichkeit zusammenzuarbeiten, als wären sie im gleichen Raum.“ Die Frage ist allerdings manchmal, in welchem.
Es plätschert. Dann geht die Klospülung, jemand wäscht sich die Hände. Offenbar hält jemand die Konferenz auf der Toilette ab. Und hat vergessen, die Stummtaste zu drücken. So geschehen nicht in diesem Gespräch, sondern in einem mit wesentlich mehr Teilnehmern. Andere nutzen die Zeit, um die Spülmaschine auszuräumen oder einen Kaffee trinken zu gehen. Wer nicht stummschaltet, den verraten die Hintergrundgeräusche. Besonders häufig: Ansagen am Flughafen oder Bahnhof.

Erste Hilfe bei Handy-Unfällen
Smartphone unter Wasser
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Hier zählt Schnelligkeit, sagt Rainer Beckmann, der ein Repair-Café in Düsseldorf betreibt. „Zunächst: Sofort ausschalten, sollte es noch eingeschaltet sein. Als Nächstes sind alle losen Teile wie Sim- oder SD-Karte und der Akku zu entfernen”, rät er. Dann wird sichtbares Wasser abgetupft und das Smartphone für 24 bis 48 Stunden in einen Beutel Reis gelegt. Reis entzieht die restliche Feuchtigkeit.

Smartphone unter Wasser
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Mit etwas Glück funktioniert das Smartphone danach wieder. Auch wenn dann nicht garantiert ist, dass es keine Folgeschäden gibt, sagt Cem Caliskan, Mobilfunkhändler aus Erkrath. Deshalb führt auch kein seriöser Händler bei solchen Schäden eine Reparatur durch.

Sperrcode vergessen
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iPhones werden gelöscht, wenn man zu oft den falschen Code eingibt. Dann lassen sie sich per iCloud, iTunes oder den Wartungszustand entsperren und wiederherstellen. Ohne Datensicherung sind dann allerdings alle Daten futsch. Genaue Anleitung zum Wiederherstellen gesperrter Telefon gibt Apple auf seiner Webseite.

Sperrcode vergessen
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Androidbesitzer können ab Version 5.0 Googles Android Geräte-Manager auf der Google-Webseite nutzen, um die Passwortsperre zurückzusetzen. Eine Einschränkung gibt es aber: Der Geräte-Manager muss auf dem Smartphone aktiviert sein, bevor man den Code vergisst.

Display kaputt
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Ein gesprungenes Display kann noch funktionieren. Markus Merkle warnt aber davor, es über einen längeren Zeitraum weiter zu verwenden. „Einerseits können durch die Risse Schmutzpartikel und Feuchtigkeit ins Telefon eindringen, andererseits besteht Verletzungsgefahr für den Benutzer.” Erste Hilfe für das Display kann hier auch nachträglich eine Schutzfolie als „Pflaster” sein. In jedem Fall sollte aber das Display so schnell wie möglich ausgetauscht werden.

Zerkratztes Display
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„Displayfolien sind unerlässlich”, sagt Caliskan. Dann kommt es erst gar nicht so weit. Alle paar Monate sollte die Folie ersetzt werden. Wenn das Display leicht zerkratzt ist, helfen auch bestimmte Polituren. Hierbei rät Markus Merkle von „Handysektor.de”: „Setzen Sie auf Markenqualität. Gute Polituren geben an, für welche Modelle sie geeignet sind.” Der Grund: Einige Smartphones haben Glas-, andere Kunststoffdisplays und brauchen unterschiedliche Polituren. Vom Polieren mit Zahnpasta rät er dringend ab.

Handy ist „eingefroren” und reagiert nicht mehr
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Den Akku entnehmen und wieder einsetzen, ist der leichteste Weg. Geht das nicht, hilft ein „Hard Reset”. Dazu werden bei Androidgeräten meist der Knopf für die Displaysperre und eine der beiden Lautstärketasten zusammen gedrückt. Bei iPhones müssen gleichzeitig die Home- und die Sperrtaste gedrückt gehalten werden. Im Zweifel wartet man, bis der Akku sich selbst geleert hat. Manchmal wirkt auch ein Anruf auf dem streikenden Telefon Wunder.

Mangelnde Konferenzdisziplin nennen manche das. Doch Jeff Rodman will das Geräusch-Problem nicht auf die Telefonierenden abwälzen. „Die Natur von Unternehmen hat sich stark geändert“, holt er aus. „Menschen arbeiten zu Hause, im Café oder von wo sie möchten.“ Für Telefonkonferenzen bringe das andere akustische Probleme. „Jetzt müssen wir beispielsweise mit schreienden Babys im Hintergrund zurechtkommen“, sagt der Manager. „Für die neuen Umgebungen brauchen wir neue Herangehensweisen. Also haben wir einen "akustischen Zaun" dafür entwickelt.“

Die Mikrofone werden so montiert, dass ab einer definierten Distanz nichts mehr zu hören ist, oder die Umgebungsgeräusche werden separat aufgenommen und dann aus dem Telefonat ausgeblendet. Letzteres bietet Polycom auch als „Noise Block“, also Geräuschblocker, an. „Es schaltet automatisch Geräusche wie Tippen auf der Tastatur oder jemanden, der seinen Kaffee schlürft, stumm“, bewirbt Rodman die Technologie.

Doch braucht es dafür eines der Geräte von Polycom. Haben Sie nicht Angst, dass Sie in der schönen neuen Arbeitswelt zunehmend Konkurrenz durch das Smartphone bekommen, Herr Rodman? Selbst Videotelefonate sind damit sehr einfach. Seine Reaktion ist durchs Telefon nicht zu sehen, aber er klingt überzeugt: „Auch wenn die Mitarbeiter weniger innerhalb der Firma arbeiten, es wird immer Orte geben, an denen mehrere Menschen im gleichen Raum sind.“ Außerdem biete Polycom längst auch Videotelefonie an und arbeitet mit Partnern wie Microsoft (Skype) zusammen.

Eines können seine Lautsprecher allerdings nicht. Noch nicht. Automatisch erkennen, wer da eigentlich spricht. „Wir arbeiten an Stimmenerkennung, aber es ist noch nicht marktreif“, sagt der Gründer. Dort gebe es auch zusätzlich Schwierigkeiten, wie hohe Anforderungen an den Datenschutz.

Wir verabschieden uns. Nachdem nun eine Zeit nur wir zwei im Raum gewesen zu sein schienen, füllt er sich nun wieder mit anderen Stimmen. Es kommt der Gedanke auf, wer eigentlich noch so alles als stiller Zuhörer dabei gewesen sein könnte. Es ist ein Risiko, aber eine Frage der Optionen. Rodman ist gerade an der US-Westküste. Die Reise wäre sehr weit gewesen. Oder wir hätten gar nicht gesprochen, auch schade. Da ist eine Telefonspinne doch schon sehr praktisch, auch wenn man sich im Dunkeln trifft.

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