Activepilot 6 von Falk im Test
Verfahren kostet extra

Das Activepilot 6 von Falk macht aus einem internetfähigen Handy ein respektables Navigationsgerät – und das zu einem vernünftigen Preis. Das System lotste Wirtschaftswoche-Redakteur Franz Rother gut durch die Großstadt. Aber solange Handys kein größeres Display haben, macht das mobile Navigieren nicht allzu viel Spaß.
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DÜSSELDORF. Am Anfang war das Telefon. Und seine Miniaturausgabe, im Deutschen liebevoll Handy genannt, diente allein dazu, um auch unterwegs die Verbindung ins Büro oder zu den Lieben daheim aufrechtzuerhalten. Das ist lange vorbei. Moderne Handys sind längst universelle Multitalente für die Hosentasche, mit denen sich auch Musik hören lässt, die Fotos schießen, eine Verbindung ins Internet herstellen und den E-Mail-Verkehr organisieren. Und schon hat die nächste Entwicklungsphase begonnen, in der das Handy zum Navigationsgerät mutiert. Das nötige Kartenmaterial wird über eine schnelle Funkverbindung vom Server des Mobilfunk-Providers heruntergeladen - gegen eine kleine Aufwandsentschädigung. Kann ein solches Online-Navigationssystem fürs Handy ein tragbares Navigationssystem vom Kaliber der TomToms oder Garmins ersetzen? Ein Test mit dem von Jentro produzierten Falk Activepilot 6 mit Bluetooth-GPS-Empfänger (Preis: 139 Euro) sollte dies klären.

Der erste Versuch, die Software auf meinem alten Siemens-Handy zu installieren, ging schief: Nicht jedes internetfähige Mobiltelefon ist für die Navigationsaufgabe gerüstet und das Betriebssystem meines Gerätes offenbar zu alt. Zahlreiche andere Modelle von Nokia, Motorola, Samsung, Benq Siemens und Sony Ericsson hingegen verfügen über die notwendige moderne Software, ein großes Farbdisplay, einen leistungsstarken Prozessor sowie eine Speicherkarte und unterstützen das Bluetooth-Protokoll Klasse 2. Das Motorola-Handy, das ich mir kurzerhand von meiner Frau lieh, erfüllt all diese Bedingungen. Dennoch brauchte ich über eine Stunde, ehe das System erstmals lief. Zuvor musste ich mich auf der Homepage von Activepilot registrieren, die Verbindungseinstellungen des Handys konfigurieren, Software herunterladen und schließlich noch das Telefon per Bluetooth mit dem GPS-Empfänger koppeln.

Meine Vorfreude war entsprechend abgekühlt, als irgendwann zum ersten Mal das Hauptmenü Navigation auf dem Display erschien. Von nun an war alles ganz einfach: die Eingabe eines Ziels, das Herunterladen der Routenempfehlung (Kostenpunkt 99 Cent oder 4,95 Euro im Monat) und das Starten der Zielführung. Das System bietet mehrere Darstellungsformen an: Eine Übersichtskarte (hübsch anzusehen, aber unpraktisch), eine Vogelperspektive (stark vereinfacht, aber hilfreich) sowie eine einfache Pfeildarstellung. Letztere erwies sich als die praktischste Lösung, da auf dem Display eines Handys Feinheiten aus einem halben Meter Abstand (das Handy hing am Armaturenbrett) kaum mehr zu erkennen sind. Unterwegs sollte man auch tunlichst vermeiden, von der empfohlenen Strecke abzuweichen. Denn dann muss die Route neu berechnet werden, was weitere Gebühren für die Datenübertragung nach sich zieht. Ansonsten war die Zielführung sehr präzise - ein erst vor Kurzem eingerichteter Kreisel am Stadtrand war bereits in die Karte eingearbeitet.

Frisch wirkte auch das übrige System: Wer mag, kann sich zur Tankstelle mit den günstigsten Kraftstoffpreisen im Umkreis lotsen oder vor Unfallschwerpunkten warnen lassen. So gesehen hat der Handy-Navigator durchaus Vorteile gegenüber teureren Systemen, bei denen das Kartenmaterial auf CDs oder DVDs gespeichert ist. Andererseits rechnet sich das System nur für Autofahrer, die sporadisch eine Orientierungshilfe brauchen. Und solange die Handys kein größeres Display haben, macht das mobile Navigieren nicht allzu viel Spaß. Idealerweise sollte sich die Routenempfehlung vom Handy über eine Bluetooth-Verbindung auf einen fest im Auto montierten Monitor übertragen lassen. Das könnte dann die nächste Entwicklungsstufe sein.

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