Activy 350 – Formschönes Mediacenter fürs Wohnzimmer mit kleinen Macken
Zurücklehnen und sich wohl fühlen

Die gute Nachricht zuerst: Activy 350 ist das ideale Multimediacenter für Faulpelze und Couch Potatoes. Man kann bei der Installation des TV-Receivers mit Netzanschluss, Festplatten- und DVD-Rekorder eigentlich nichts falsch machen. Die schlechte: Weil man nichts beeinflussen kann, muss man mit den Einschränkungen leben können, die der Hersteller vorgibt. Den Home-PC ersetzt das Gerät jedenfalls nicht.

HB DÜSSELDORF. Die Installation des Testgeräts von Fujitsu-Siemens klappte so einfach wie versprochen. TV-Gerät, Kabel und WLan-Adapter anschließen und einschalten. Nach fünf Minuten war der Sendersuchlauf fertig, das PC-Netz gefunden und alles betriebsbereit eingestellt.

Als Betriebssystem fungiert Windows XP in einer so genannten "embedded version". Dieses Tarnkappen-Windows bleibt für den Benutzer unsichtbar. Statt der bonbonfarbenen XP-Oberfläche im Teletubbie-Look zeigt der Druck auf die Start-Taste eine eigens programmierte Oberfläche mit einfachen Menüfenstern, die über die Tasten der überladen wirkenden Fernbedienung gesteuert wird. Zu Anfang ist das gewöhnungsbedürftig, das legt sich nach einiger Übung.

Softwaretreiber oder Programme installieren muss man nicht - und man kann es auch nicht. Nur der Hersteller spielt - per Internet - System-Updates ein. Bilder Musik oder Videos vom Heim-PC finden über das Netzwerk auf den Fernsehschirm, aber nicht auf die Festplatte.

Die wichtigsten Funktionen klappten auf Anhieb, aber die Software zeigt noch Schwächen. Werden MP3-Musik-CD oder Musik aus dem Heimnetz abgespielt, bleibt der Bildschirm schwarz - eine Titelanzeige gibt es nicht. Das soll eine neue Softwareversion im September ändern. Dann soll auch der Festplatten-Rekorder lernen, Werbung aus TV-Aufnahmen rauszuschneiden, bevor man sie auf DVD brennt. Schon heute gibt es "Time- Shift", zeitversetztes Fernsehen durch Zwischenspeichern.

Das Activy 350 erwies sich im Test als erfreulich leise, das Bild auf dem LCD-Fernseher (Sharp Aquos LC37HV4E) besonders im DVD-Betrieb als scharf und kontrastreich. Im TV-Betrieb wirkte es etwas flau. Pfiffig für T-Online-Kunden: Das Activy ist fertig konfiguriert für das Breitband-Portal T-Online-Vision. Gegen Gebühr können Spielfilme auf Abruf geordert werden.

Am stärksten fällt leider der integrierte Browser ab, den man besser als "Internet-Betrachter" bezeichnen sollte. Auch bei geringer Sicherheitsstufe weigerte er sich, einige Webseiten korrekt zu laden oder E-Mail-Anhänge wie PDF-Dateien, JPG-Bilder oder Word-Dokumente zu öffnen. Das ist, bei aller verständlichen Angst vor Viren und Trojanern, einfach zu wenig.

Fazit: Ein guter Ansatz für alle, die Besseres zu tun haben, als sich mit Computern herumzuschlagen. Aber über 1300 Euro sind für die gebotene Leistung ein stolzer Preis, und die Software muss überarbeitet werden.

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