Ärgernis Handy-Schaden Wann lohnt sich eine Smartphone-Reparatur?

Kaputte Bildschirme, Lade- oder Kopfhörerbuchsen sind häufige Gründe für eine Smartphone-Reparatur. Doch wann lohnt es sich überhaupt, ein defektes Handy reparieren zu lassen? Hier ein paar Tipps.
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Smartphone: Wann lohnt sich eine Reparatur? Quelle: dpa
Wenn das Display bricht

Die Reparatur eines defekten Displays ist teuer. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn

(Foto: dpa)

Apples neues Top-iPhone X ist mit mehr als 1100 Euro nicht nur das teuerste Smartphone in Großserie, der US-Konzern ruft auch für Reparaturen selbstbewusste Preise auf. Muss das Display ausgetauscht werden, verlangt die hauseigene Werkstatt mehr als 320 Euro. Für jeden „sonstigen Schaden” werden Apple zufolge 611 Euro fällig - manches Spitzen-Smartphone der Konkurrenz ist günstiger.

Nicht nur Apple-Kunden müssen mitunter tief in die Tasche greifen. Der Bildschirm-Austausch kann auch bei Samsungs Top-Smartphones aus der Galaxy-S-Serie mehr als 300 Euro kosten. Bei älteren Modellen beider Hersteller kommt man oft deutlich günstiger weg.

Doch wieso haben sich Smartphone-Reparaturen - zumindest bei den Displays - so verteuert? Den Grund sieht Stefan Kirchner vom Telekommunikationsportal „Teltarif.de” in der Bauform: „Immer kompakter werdende Gehäuse bei mehr Display sehe ich kritisch. Dadurch wird es eng im Gehäuse, wo noch der Akku Platz finden muss.”

So hat das Smartphone länger Saft
Displaybeleuchtung einstellen
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Ein echter Energie-Fresser beim Smartphone ist das Display. Oft ist es heller eingestellt als nötig. Volle Helligkeit braucht man nur bei starker Lichteinstrahlung – beispielsweise, wenn die Sonne scheint. Das Display in den Einstellungen zu dimmen, kann sich erheblich auf die Akkuleistung auswirken. Viele Smartphones verfügen auch über einen Lichtsensor, der die Helligkeit nach Bedarf einstellt und so beim Stromsparen hilft.

Stromfresser Funk-Verbindungen
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Zu den Top-Stromfressern gehören außerdem die Funk-Verbindungen. Dazu gehört alles, womit das Gerät eine Verbindung zur Außenwelt aufnimmt. Der Mobilfunk wird in der Regel immer gebraucht. Anders sieht es beim WLAN aus. Ist es aktiviert, sucht es konstant nach bekannten Netzen. Unterwegs ist das nicht unbedingt sinnvoll und kostet viel Energie.

Bluetooth nur im Bedarfsfall
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Bluetooth wird nur selten dauerhaft benötigt und sollte daher nur bei Bedarf eingeschaltet werden. Auch GPS zehrt am Akku. Die Standortbestimmung ist sowieso nur für wenige Apps wirklich notwendig, etwa für die Navigation oder Lauf-Apps. Meist wird sie nur genutzt, um das Nutzerverhalten aufzuzeichnen - in den meisten Fällen kann sie also ohne Nachteile deaktiviert werden.

Abschalten der LTE-Verbindung
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Einen Trick für Nutzer, die einen Mobilfunkvertrag mit niedriger Datentransferrate haben: LTE-Funk verbraucht mehr Strom als 3G. Wer also eh nur 3G nutzt, kann LTE deaktivieren.

Apps als Stromfresser
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Wenn schon alles versucht wurde, der Ladestand aber dennoch weiter schmilzt, können Apps daran schuld sein, da einige von ihnen verschwenderisch programmiert sind. Sie belasten den Prozessor mit unnötigen Operationen im Hintergrund und bremsen damit die Performance das Handys aus. Darunter leidet auch der Akku.

Stromintensive Apps deaktivieren
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Die Stromsünder lassen sich über die Einstellungen aber leicht ausfindig machen. Unter Batterie oder Akku werden die Apps nach ihrem Stromverbrauch aufgelistet – auch danach, wie viel Strom sie im Hintergrund verbrauchen. Fällt eine App aus der Reihe und hat einen immensen Verbrauch, sollte die deaktiviert oder deinstalliert werden. In den Einstellungen zur Datennutzung lässt sich auch für einzelne Apps die Abfrage von Hintergrunddaten beschränken. Das kann den Akku und zusätzlich das Datenvolumen schonen.

Das richtige Ladeverhalten
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Auch das Ladeverhalten spielt eine wichtige Rolle für Lebenszeit und Leistung des Akku. Für die älteren Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH) galt noch die Faustregel: Immer vollständig auf- und entladen, um den Memory-Effekt zu verhindern, der den Akku von Mal zu Mal schwächer werden ließ. Bei modernen Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) und deren Nachfolger Lithium-Polymer-Akkus (Li-Po) gibt es keinen Memory-Effekt gibt. Hier empfiehlt es sich sogar, den Akku schon vor dem roten Bereich zu laden und auch vor dem Erreichen der 100-Prozent-Marke vom Ladegerät zu trennen.

Wer sich beim Kauf die Frage stellt, wie gut sich ein Smartphone reparieren lässt, müsste eigentlich die Finger von aktuellen Spitzenmodellen lassen: „Bei diesen wird gerne viel Kleber verwendet, in Kombination mit sehr empfindlichen Kabelverbindungen, was das Öffnen selbst schon zu einem Russisch-Roulette macht”, sagt Kirchner.

Die Smartphone-Hersteller reparieren entweder in eigenen Werkstätten oder verweisen wie Samsung auf autorisierte Werkstätten, die Originalteile verwenden. W-Support und Phone Service Center, zwei der Samsung-Partner, die aber auch Geräte anderer Marken reparieren, verlangen für den Bildschirmtausch des Samsung-Topmodells Galaxy S8 rund 300 Euro. Ein Akkutausch kostet bei W-Support 60 Euro.

Auch viele Elektronikmärkte reparieren, Media Markt und Saturn etwa vor Ort. Dort werden für Bildschirme von Top-Smartphones wie dem Samsung Galaxy S8 ebenfalls rund 300 Euro fällig, ein älteres Galaxy S4 erhält dagegen für deutlich günstigere 100 Euro ein neues Display.

Andere Anbieter arbeiten als Versandwerkstätten mit wenigen oder gar keinen Filialen und lassen sich defekte Smartphones per Paket zuschicken - zum Beispiel Handyreparatur 123 oder Letsfix. Es gibt zudem Dienstleister wie Reparando, die beim Kunden vor Ort reparieren - ein Service, der etwas mehr kostet. Portale wie Clickrepair.de oder Handyreparaturvergleich.de vergleichen Dienstleister und ihre Preise.

Neukauf statt Reparatur
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