Am Montag beginnt in mehr als 900 Filialen Vermarktung von Handys
Tchibo steigt ins Mobilfunkgeschäft ein

Auf dem hart umkämpften deutschen Mobilfunkmarkt wollen der Hamburger Kaffeeröster und Handelskonzern Tchibo sowie der kleinste deutsche Mobilfunkanbieter O2 von Montag an zusammenarbeiten.

HB LONDON/MÜNCHEN. Ihr Gemeinschaftsunternehmen Tchibo Mobilfunk will als Wiederverkäufer auftreten und vorbezahlte Handy-Karten zu günstigen Nutzungspreisen anbieten.

Das Gemeinschaftsunternehmen teilte mit, die Tchibo Mobilfunk GmbH & Co. KG beginne am Montag in den mehr als 900 Tchibo-Filialen mit der Vermarktung von Mobiltelefonen. Die Handys sollen den Angaben zufolge zwischen rund 40 und 130 Euro kosten, die Gesprächsgebühren sollen 35 Cent pro Minute betragen. Im Angebot seien nur im voraus bezahlte Guthabenkarten, Laufzeitverträge würden nicht angeboten.

Tchibo und die britische O2-Muttergesellschaft MMO2 versprechen sich von der Zusammenarbeit die Erschließung neuer Kundengruppen. Das Gemeinschaftsunternehmen "eröffnet neue Kundensegmente in Deutschland, dem größten europäischen Mobilfunkmarkt mit mehr als fünf Millionen neuen Kunden pro Jahr", teilte das zu jeweils 50 Prozent von O2 Deutschland und Tchibo kontrollierte Unternehmen weiter mit. Der deutsche Mobilfunkmarkt sei eines der am stärksten wachsenden Konsumentensegmente, erklärte Firmenchef Dieter Ammer.

Für O2 Deutschland stellt das Gemeinschaftsunternehmen lediglich einen neuen Vertriebskanal dar. Tchibo könne in der Preis- und Produktgestaltung nicht frei agieren und sei auf die Vorgaben von O2 angewiesen, hatte O2-Chef Rudi Gröger unlängst gesagt. Um dauerhaft profitabel zu werden, muss O2 weitere Kunden gewinnen. Mit zuletzt 6,3 Millionen Kunden ist O2 der kleinste der vier Netzbetreiber.

Auf dem hart umkämpften deutschen Markt tritt die Tchibo Mobilfunk gegen zahlreiche Konkurrenten an. Dazu die größeren deutschen Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone und E-Plus sowie Wiederverkäufer wie Debitel, Mobilcom oder Drillisch. Die deutschen Mobilfunkkunden sind im internationalen Vergleich äußerst kostenbewusst und tätigen nur geringe Umsätze.

Tchibo gehört mit 3,3 Mrd. Euro Umsatz im vergangenen Jahr zu den großen deutschen Einzelhändlern. Von der Schwäche seines Stammgeschäfts mit Kaffee koppelt sich Tchibo seit Jahren durch ein ständig wechselndes Angebot an Konsumgütern wie Haushalts- und Textilwaren ab, das nun um Handys erweitert wird. MMO2 ist mit rund 21,5 Millionen Mobilfunkkunden einer der kleineren Anbieter in Europa. In Großbritannien vertreibt MMO2 Handys gemeinsam mit dem Einzelhandelskonzern Tesco.

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