Lautsprecher Amazon Echo im freien Verkauf

Amazon Echo im freien Verkauf
Wie Alexa ihr Deutsch verbessert hat

Alexa, was macht dein Deutsch? Die digitale Assistentin, die auf dem Lautsprecher Echo zum Einsatz kommt, hat ihre Sprache verbessert. Amazon verkauft das Gerät deswegen nun auch an Sachsen und Schwaben.
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DüsseldorfAn der Aussprache war von vornherein nichts auszusetzen. Trotzdem sollte Alexa erst noch ihr Deutsch aufbessern: Als Amazon den vernetzten Lautsprecher Echo samt der digitalen Assistentin im vergangenen Herbst mit einer deutschen Sprachausgabe herausbrachte, bekamen nur ausgewählte Kunden das Gerät. Das System sei noch nicht ausgereift, lautete die Begründung (einen Test aus dem November lesen Sie hier). Nun ist der Crashkurs aber abgeschlossen – und das Gerät seit dem heutigen Montag frei verfügbar.

Echo und das kleine Modelle Echo Dot sind Lautsprecher, die Nutzer per Spracheingabe steuern können. Die Software erkennt die Kommandos, analysiert den Inhalt und leitet daraus Handlungen ab – Musik wiedergeben natürlich, aber auch einen Wecker stellen, die Nachrichten vorlesen oder ein Produkt in den Amazon-Warenkorb legen. Die Verarbeitung der Daten geschieht in den Rechenzentren des Konzerns, daher ist eine permanente Internetverbindung nötig.

In den vergangen fünf Monaten habe es mehrere große Updates gegeben, vor allem beim Natural Language Understanding, also der Erkennung natürlicher Sprache, erläutert Amazon-Manager Michael Wilmes gegenüber dem Handelsblatt – denn die sei sehr komplex. Das betrifft etwa die Erkennung von Mundarten. „Das System muss den Dialekt in Sachsen genauso verstehen wie in Schwaben oder Ostfriesland“, sagt Wilmes.

Problematische Sprachvermischung

Mindestens genauso wichtig ist die Unterscheidung von Deutsch und Englisch, an der Amazon nach eigenen Angaben gearbeitet hat. Diese ist im heutigen Sprachgebrauch wichtig, gerade beim Aufruf von Musik: „Alexa, spiele ‚Smells like Teen Spirit‘ von Nirvana“ ist ein typisches Beispiel für die Vermischung der beiden Sprachen.

Bei der Verbesserung analysierte Amazon die Daten der ersten Nutzer – anonymisiert natürlich. Diese konnten sogar über eine App gezielt melden, wenn Alexa sie missverstanden hat. „Wir bedanken uns bei den ersten Nutzern für das wertvolle Feedback, mit dem wir den Service kontinuierlich verbessern konnten“, sagte denn auch Amazon-Manager Jorrit van der Meulen.

Weiterentwickelt hat sich auch das Angebot an zusätzlichen Fähigkeiten, die Amazon Skills nennt: Entwickler und Unternehmen können über Programmierschnittstellen das System erweitern. Es gibt beispielsweise einen Fußballticker, eine Zugansage, Spiele und Rezepte. Außerdem Kommandos, um vernetzte Geräte wie Heizthermostate oder Lampen zu steuern. Mehr als 500 dieser Skills gibt es inzwischen, das Unternehmen hat dafür auf seiner Website eine eigene Rubrik eingerichtet.

Klar ist: Die Entwicklung von Alexa ist noch nicht abgeschlossen. Auch wenn die Verständigung meist reibungslos klappt, hat die Assistentin immer noch viele Wissenslücken und beantwortet viele Fragen mit einer unbefriedigenden Antwort: „Das gehört genau zu den Dingen, die ich nicht weiß.“

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